Lexikonbeitrag aus SGB Office Professional

Telemedizin

Telemedizin

Die Telemedizin erbringt medizinische Dienstleistungen und überwindet größere räumliche Entfernungen zwischen Arzt und Patient. Sie wird sowohl bei präventiven und diagnostischen Maßnahmen als auch bei der Behandlung und Weiterbetreuung von Patienten eingesetzt. Notwendige medizinische Interventionen sind frühzeitiger und gezielter möglich. Dabei werden moderne Informations- und Kommunikationstechnologien eingesetzt. Damit ist das Ziel verbunden, die medizinische Versorgung in fast allen Bereichen zu sichern und zu verbessern. Gleichzeitig verspricht die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien ein hohes Einsparpotenzial.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Grundlage, die Telemedizin vor allem in ländlichen Bereichen mit Versorgungsengpässen auszubauen, sind die §§ 87 Abs. 2a Satz 7, 87a SGB V.

1 Bewertungsausschuss

Die Telemedizin ist ein Teilbereich der Telematik im Gesundheitswesen. Telemedizin soll vor allem für unterversorgte Regionen ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung werden. Dazu wird der Bewertungsausschuss festlegen, in welchem Umfang ärztliche Leistungen ambulant telemedizinisch erbracht werden können und wie der EBM entsprechend anzupassen ist.

Hinweis

Telemedizin in der Versorgung

Bisher wurde nur eine telemedizinische Anwendung in die Versorgung integriert: Mit Wirkung zum 1.4.2016 erfolgt die Aufnahme der telemedizinischen Funktionsanalyse von implantierten Defibrillatoren und CRT-Systemen in den EBM.

2 Anwendungsbereiche

Zur Telemedizin gehören verschiedene medizinische Dienstleistungen. Häufig genutzte Anwendungsbereiche sind

  • Teleradiologie,
  • Telepathologie,
  • Teledermatologie,
  • Telediagnostik,
  • Telemonitoring,
  • Telechirurgie sowie
  • Tele-Ophthalmologie.

Weitere Dienste sind medizinische Call-Center, Online-Informationszentren für Patienten, Telekonsultationen oder "elektronische Hausbesuche" oder Videokonferenzen zwischen Angehörigen von Gesundheitsberufen.

Dabei werden sehr unterschiedliche Techniken und Anwendungen eingesetzt, insbesondere die

  • Verbesserung und Erleichterung der Kommunikation zwischen Leistungserbringern (z. B. elektronischer Arztbrief, Telekonsile),
  • elektronische Befunddokumentation mit ortsunabhängigem Datenzugriff (z. B. in einer elektronischen Patientenakte),
  • intensivierte Überwachung von Vitalparametern (z. B. Blutdruck) durch Telemonitoring-Verfahren,
  • Telekonsultation mit ärztlichem Gespräch, Beratung und/oder Therapieempfehlung (z. B. Video-Sprechstunde).

3 Telemonitoring

Besonders hilfreich für chronisch kranke Patienten und deren medizinische Dienstleister ist das Telemonitoring. Es handelt sich um einen telemedizinischen Dienst, der den Gesundheitszustand überwacht. Die entsprechenden Daten werden automatisch mithilfe von patienteneigenen Geräten oder durch die aktive Mitarbeit von Patienten selbst erhoben (z. B. mittels täglicher Messung und elektronischer Eingabe des Gewichts oder Blutzuckerspiegels). Sobald die Daten verarbeitet und weitergegeben wurden, lassen sie sich zur Optimierung der Überwachungs- und Behandlungsprotokolle einsetzen. Dem Arzt ist es bei Auffälligkeiten möglich, zu intervenieren.

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