SEPA, die wichtigsten Begriffe

Kurzbeschreibung

Was ist die Gläubiger-ID? Wofür brauche ich eine Prüfziffer? Wann und in welcher Form muss ich meine Kunden bei Abbuchungen mit den neuen SEPA-Lastschriften informieren? Was ist die neue COR1-Lastschrift? Die SEPA-Umstellung wirft viele neue Fragen und Begriffe auf. Dieses Glossar erläutert die wichtigsten Fachbegriffe rund um SEPA und hilft Ihnen dabei, sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen.

Die wichtigsten Begriffe rund um SEPA

Begriff Erklärung Anmerkungen
Abbuchungsverfahren Das Abbuchungsverfahren ist eine von 2 Möglichkeiten, ein Lastschriftverfahren zu gestalten. Der Gläubiger hat hierbei kein Recht, nach Abbuchung eine unbedingte Rückbuchung zu verlangen. Daher muss die Bank vor der Einlösung der Abbuchungsanforderung vom Schuldner entsprechend angewiesen werden.
Dem bisherigen Abbuchungsverfahren entsprechen die SEPA-Firmen-Mandate = SEPA-B2B-Lastschriften. Sie sind nur für Firmenkonten erlaubt.
 
Archivierung

Der Zahlungsempfänger muss bei einem SEPA-Mandat jederzeit nachweisen können, dass er die Lastschrift rechtmäßig genutzt hat. Dazu muss er das SEPA-Mandat vorlegen können. Das vom Kunden erhaltene Mandat muss also in entsprechender Form archiviert werden.

  • Liegt das Mandat in Papierform vor, so kann dieses auch in Papierform archiviert, also im Ordner abgeheftet werden. Es ist auch möglich, die üblichen, rechtlich anerkannten Archivierungsformen für Dokumente zu verwenden. Es ist also eine Mikroverfilmung oder eine Digitalisierung und Speicherung auf einem nicht mehr änderbaren Medium erlaubt.
  • Wird das Mandat elektronisch erteilt, also mit qualifizierter digitaler Signatur, dann müssen sowohl das digitale Dokument als auch der dazugehörige Schlüssel digital gespeichert werden. Die Revisionssicherheit muss gegeben sein.
In den Vereinbarungen zwischen Zahlungsempfänger und Banken werden elektronische Mandate auch ohne eine digitale Signatur akzeptiert. Die Beweislast für die Existenz eines Mandates liegt hier immer beim Zahlungsempfänger. Neben dem Mandat selbst sollte daher auch immer der Weg zum Mandat, z. B. die bei der Mandatsvergabe aktuelle Website, archiviert werden.
 
Basis-Lastschrift = SEPA-Basis-Mandat

Die SEPA-Basis-Lastschrift entspricht in etwa dem früheren Bankeinzugsverfahren. Der Kunde erteilt dem Verkäufer die Erlaubnis, den Rechnungsbetrag von seinem Konto einzuziehen. Der Kunde hat dann das Recht, innerhalb von 8 Wochen nach Abbuchung den Betrag zurückzurufen. Gründe muss er nicht angeben. Damit dieser Abrufvorgang rechtlich zulässig ist, müssen einige Bedingungen erfüllt sein:

  • Das Mandat, also das Einverständnis des Schuldners mit der SEPA-Basis-Lastschrift, muss vorliegen.
  • Dem Schuldner müssen die Gläubiger-ID und die Mandatsreferenz bekannt sein.
  • Spätestens 14 Tage vor dem Fälligkeitsdatum muss der Schuldner durch eine Pre-Notification über die geplante Abbuchung informiert worden sein.
  • Wurde die Lastschrift abgerufen, obwohl kein gültiges Mandat vorlag, verlängert sich die Frist für einen Rückruf des Betrages ohne Angabe von Gründen auf 13 Monate.

In der Umstellungsphase auf SEPA können vorhandene Bankeinzugsermächtigungen einfach auf SEPA-Basis-Mandate umgestellt werden. Der Schuldner muss darüber informiert werden. Gleichzeitig müssen ihm die Gläubiger-ID und die Mandatsreferenz mitgeteilt werden.

Wer als Gläubiger eine SEPA-Basis-Lastschrift nutzen will, muss mit seiner Bank eine Inkassovereinbarung abschließen. Diese regelt die Pflichten der Bank und des Gläubigers. Darin wird in der Regel vereinbart, dass der Gläubiger bestimmte Bedingungen zum Inhalt und zur Verwaltung der Mandate erfüllen muss. Bereits für die bisherigen Lastschriften wurden solche Vereinbarungen mit den Banken abgeschlossen. Diese dürften im Rahmen der SEPA-Umstellung der Banken entsprechend geändert oder neu gefasst worden sein.
 
Basis-Lastschrift COR1 Für die flexiblere und vor allem schnellere Nutzung des SEPA-Basis-Mandats gibt es für Inlands-Lastschriften in Deutschland die Basis-Lastschrift COR1 – eine Art Eilmandat. Diese baut auf dem üblichen SEPA-Basis-Mandat auf und wird wie eine normale Basis-Lastschrift verarbeitet, allerdings mit einer verkürzten Vorlaufzeit von nur 1 Tag.
Dieses Verfahren ist (vorerst) nicht grenzüberschreitend möglich. Es funktioniert auch nur, wenn die Bank des Zahlungspflichtigen und die des Zahlungsempfängers das verkürzte Verfahren unterstützen.
 
BIC Mit dem BIC (Bank Identifier Code) kann eine Bank identifiziert werden. Der BIC ist im SEPA-Raum noch bis Februar 2014 notwendig, wenn grenzüberschreitend transferiert werden soll. Danach hat der BIC im Zahlungsverkehr zwischen den SEPA-Teilnehmerstaaten keine Bedeutung mehr.
Für Geldtransfer über die SEPA-Grenzen hinaus ist der BIC auch danach noch notwendig, um die Banken außerhalb der SEPA-Teilnehmerstaaten zu identifizieren. Der BIC entspricht dem SWIFT-Code, der von der Dienstleistungsgesellschaft der Banken, SWIFT, ausgegeben wird. Er kann also in den entsprechenden SWIFT-Listen nachgesehen werden.
 
Debitkarten Eine...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt SGB Office Professional . Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich SGB Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesene beiträge