Elektronische Arbeitsunfähi... / 1 Ausgangslage der elektronischen AU-Bescheinigung (eAU)

Die AU-Bescheinigung dient zum Nachweis einer attestierten Arbeitsunfähigkeit, insbesondere gegenüber dem Arbeitgeber zur Wahrung von Entgeltfortzahlungsansprüchen, aber auch gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen zur Wahrung der Krankengeldansprüche sowie Auszahlung von Verletztengeld. Die AU-Bescheinigung wird zusätzlich auch als Nachweis durch die Arbeitsagenturen oder Jobcenter von Leistungsempfängern eingefordert.

Diese vielfältigen Einsatzzwecke bedingten es, dass die AU-Bescheinigung bisher aus 4 Formularen bestand. Das Formular unterteilt sich in die

  • Ausfertigung für die Krankenkasse,
  • Ausfertigung für den Arbeitgeber,
  • Ausfertigung für den Versicherten und
  • Ausfertigung für den Vertragsarzt.

Inhaltlich unterscheiden sich die Ausfertigungen weitestgehend nur dadurch, dass dem Arbeitgeber die weitergehenden Informationen zur Diagnose nicht weitergegeben werden dürfen und daher in der verkürzten Ausfertigung entsprechend nicht enthalten sind.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die AU-Bescheinigung mit ca. 77 Mio. Formularen (demnach 308 Millionen Ausfertigungen) ein absolutes Massenverfahren darstellt, besteht zudem bisher die Notwendigkeit, dass diese Formulare den ca. 3,49 Mio. Arbeitgebern und 105 Krankenkassen übermittelt werden müssen. Dabei werden die erforderlichen Daten durch den Arzt digital im Praxisverwaltungssystem erfasst, um diese auszudrucken, die Ausfertigungen durch die Versicherten übersandt und letztendlich durch die Empfänger aufwendig digitalisiert. Die hierdurch entstehenden Fehlerpotentiale sollen daher durch die eAU zukünftig vermieden und weitere Synergien durch Vermeidung von Medienbrüchen erzielt werden. So soll durch die Etablierung eines Regelverfahrens direkt vom Arzt an die Krankenkasse ein vollständiger Datenbestand bei den Krankenkassen erreicht werden, um die Versicherten zu entlasten und gleichzeitig bisherige Problemstellungen in Folgeprozessen (z. B. Ruhen des Krankengeldes bei verspäteter Einreichung der AU-Bescheinigung und Anfragen der Arbeitgeber zu anrechenbaren Vorerkrankungen) zu reduzieren.

Die Umsetzung der eAU kann aufgrund der vielfältigen Prozessbeteiligten und der aufeinander aufbauenden Prozesse nur schrittweise erfolgen, demnach

  • Schritt 1: Arzt an Krankenkasse,
  • Schritt 2: Krankenkasse an Arbeitgeber und
  • Schritt 3: sukzessive Einbindung der weiteren Prozessbeteiligten.

Im Folgenden wird auf die Ausgestaltung und Umsetzung der einzelnen Schritte näher eingegangen.

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