• Regelaltersrente und vorgezogene Altersrenten, stufenweise Erhöhung der Altersgrenze

    Abschlagsfreie Rente

    Die Altersgrenzen für die abschlagsfreie Rente in der gesetzlichen Rentenversicherung werden stufenweise angehoben. Die für die Regelaltersrente erforderliche Regelaltersgrenze von 65 Jahren steigt für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1958 um jeweils einen Monat auf 66 Jahre und für die Geburtsjahrgänge 1959 bis 1964 um jeweils 2 Monate auf 67 Jahre an.[1]

    Auch bei den vorgezogenen Altersrenten steigen die Altersgrenzen allmählich um insgesamt 2 Jahre. Bei der Altersrente für langjährig Versicherte mit 35 Versicherungsjahren steigt die Altersgrenze für den abschlagsfreien Rentenbezug – entsprechend der Anhebung der Regelaltersgrenze – um 2 Jahre von 65 auf 67 Jahre an. Allerdings kann diese Altersrente nach Vollendung des 63. Lebensjahres vorzeitig mit Abschlägen in Anspruch genommen werden.[2]

    Altersrente für schwerbehinderte Menschen

    Bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen nach 35 Versicherungsjahren steigt die Altersgrenze für den abschlagsfreien Rentenbezug schrittweise von 63 auf 65 Jahre und für den vorzeitigen Bezug mit Abschlägen von 60 auf 62 Jahre.[3]

    Altersrente für besonders langjährig Versicherte

    Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren kann seit 1.7.2014, abschlagsfrei bereits nach Vollendung des 63. Lebensjahres bezogen werden (sog. "Rente ab 63"). Für Versicherte der Geburtsjahrgänge 1953 und jünger steigt die Altersgrenze für die abschlagsfreie "Rente ab 63" (wieder) auf 65 Jahre an.[4]

  • Flexirentengesetz

    Aufgrund der demografischen Entwicklung und dem Mangel an Fachkräften sah der Gesetzgeber das Erfordernis, gesetzliche Regelungen zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit zu schaffen. Das Flexirentengesetz soll es seit dem 1.1.2017 möglich machen, den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand noch flexibler zu gestalten.

    Arbeitsentgelt, Hinzuverdienstgrenzen

    Bei Altersrentnern, welche die Altersgrenze für die Regelaltersrente bereits erreicht haben, gibt es grundsätzlich keine Einschränkung des zulässigen Hinzuverdienstes. Bei allen anderen Rentnern (bspw. Beziehern von vorgezogenen Altersrenten, Teilrenten oder Erwerbsminderungsrenten) sind Hinzuverdienstgrenzen zu beachten, damit der Rentenanspruch nicht gekürzt wird oder ganz entfällt.

    Regelung bis 2019 und ab 2023: Rentner mit einer vorgezogenen Altersrente können 6.300 EUR im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Diese Regelung gilt einheitlich für den Rechtskreis West und Ost. Bei der kalenderjährlichen Betrachtung ist es nicht entscheidend, ob im Kalenderjahr die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 EUR eingehalten wird, weil

    • in jedem Monat – ggf. in 2 Monaten sogar der doppelte Wert – 450 EUR hinzuverdient werden (450 EUR x 14 = 6.300 EUR),
    • in jedem Monat 525 EUR hinzuverdient werden (525 EUR x 12 = 6.300 EUR) oder
    • ausschließlich in einem Kalendermonat des Jahres 6.300 EUR hinzuverdient werden.

    Der über den Betrag von 6.300 EUR hinausgehende Verdienst wird zu 40 % auf die Rente angerechnet.

    Regelung 2020 bis 2022: An die Stelle der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze von 6.300 EUR tritt im Jahr 2021 und 2022 eine kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze von 46.060 EUR (2020: 44.590 EUR). Zur 40 %-Anrechnung kommt es erst, wenn der Hinzuverdienst neben der Rente diesen Betrag überschreitet.

    Beispiel: Beginnt eine vorgezogene Altersrente z. B. am 1.6.2022, kann in den folgenden 7 Monaten in Summe 46.060 EUR neben der Rente hinzuverdient werden, ohne dass diese Rente gekürzt wird. Im Kalenderjahr 2023 würde nach aktuellem Recht wieder eine Hinzuverdienstgrenze von 6.300 EUR gelten. Allerdings ist damit zu rechnen, dass auch ab dem Jahr 2023 eine höhere Hinzuverdienstgrenze gilt. Dies ergibt sich aus dem Koalitionsvertrag von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP für die 20. Legislaturperiode, wonach die bis zum Jahr 2022 geltende Regelung zum Hinzuverdienst "entfristet" werden soll. Die entsprechende Gesetzgebung hierzu bleibt abzuwarten.

    Beiträge zur Rentenversicherung

    In den Jahren 2017 bis 2021 ist der Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung für Beschäftigte entfallen, die die Regelaltersgrenze erreicht hatten. Ab dem Jahr 2022 ist dieser Arbeitgeberbeitrag wieder zu entrichten.

    Beiträge zur Rentenversicherung

    • Neben dem Bezug einer Altersrente als Voll- oder Teilrente, besteht während einer Beschäftigung bis zum Monat des Erreichens der Regelaltersgrenze Versicherungspflicht. Auf Beschäftigte und Arbeitgeber entfallen Rentenversicherungsbeiträge. Diese Beiträge erhöhen später auch die Rente.
    • Nach Erreichen der Regelaltersgrenze besteht bei Bezug einer Altersvollrente grundsätzlich Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung. Ab dem Folgemonat hat ein Hinzuverdienst jedoch auch keinen Einfluss mehr auf die Rentenhöhe. Beschäftigte Altersvollrentner können aber durch eine bindende schriftliche Erklärung gegenüber ihrem Arbeitgeber für die Dauer der Beschäftigung auf die ...

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