Zusammenfassung

 
Überblick

Während der ersten Kontaktbeschränkungen, die im Zuge der Corona-Maßnahmen eingeführt worden sind, betrug der Anteil an Beschäftigten im Homeoffice in Deutschland im Zeitraum vom 20.3.2020 bis 26.3.2020 26,1 %. Am höchsten war der Homeoffice-Anteil im Zeitraum vom 27.3.2020 bis 2.4.2020 mit 26,5 %.[1] Vor der Corona Krise waren es 2018 nur etwa 5,3 %.[2]

Dadurch hat sich die Arbeitswelt mit den damit verbundenen Herausforderungen grundlegend verändert. In Kombination mit der zunehmenden Digitalisierung und den neuen räumlichen Rahmenbedingungen gewinnt auch Remote Work zunehmend an Bedeutung. Remote Work ist als Synonym für Fernarbeit zu sehen, die an jedem beliebigen Ort erledigt werden kann. Ein Internetanschluss genügt für die Ausübung der Tätigkeit. Homeoffice bezieht sich auf einen Arbeitsplatz oder ein Arbeitszimmer im privaten Umfeld und dient als Oberbegriff für alle Formen von bürobezogener Erwerbsarbeit von zu Hause aus, oft auch als ein synonymer Begriff für Telearbeit. Allerdings ist Homeoffice im arbeitsschutzrechtlichen Sinne eine Form des mobilen Arbeitens.

Da davon auszugehen ist, dass Remote Work bzw. Homeoffice auch über die Pandemie hinaus in vielen Unternehmen weiterhin erhalten bleibt, sollte auch ein entsprechend angepasstes BGM-Konzept angeboten und umgesetzt werden. Hierbei steht besonders der Transfer von bereits in den Unternehmen vorhandenen Maßnahmen in den häuslichen Bereich im Vordergrund.

Für diesen Transfer gilt es, die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen bzw. bereitzustellen. Dabei spielen besonders der Arbeits- und Gesundheitsschutz und die Rolle der Führungskraft eine wichtige Rolle.

[1] Möhring (Statista, Hrsg.) (2020): Die Mannheimer Corona-Studie: Schwerpunktbericht zur Nutzung und Akzeptanz von Homeoffice in Deutschland während des Corona-Lockdowns, Mannheim, verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1134312/umfrage/corona-krise-beschaeftigungssituation/
[2] Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Bundesinstitut für Berufsbildung, Hrsg.) (2020): Eltern während der Corona-Krise, verfügbar unter: https://www.bib.bund.de/DE/Service/ Presse/2020/2020-07-Eltern-waehrend- der-Corona-Krise.html (abgerufen am 3.8.2021).

1 Aktuelle Ausgangssituation und Datenlage

Unabhängig von den unterschiedlichen Gründen, die dazu führen, dass Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, kann es vielfältige Folgen mit sich bringen. Eine Befragung der AOK ergab, dass 73,4 % der Beschäftigten im Homeoffice über Erschöpfung klagen. Im Gegensatz dazu gaben nur 66 % der dauerhaft im Büro Beschäftigten an, dass sie an Erschöpfung litten.[1] Zudem äußern Beschäftigte im Homeoffice, dass sie mehr Wut und Verärgerung spüren (69,8 % gegenüber 58,6 %), und klagen über Nervosität und Reizbarkeit (67,5 % im Vergleich zu 52,7 %). Als zunehmend schwierig wird die Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit wahrgenommen, bedingt durch das Verschwimmen der Grenzen.[2] Die Befragung ergab, dass die "Entgrenzung" zwischen Arbeit und Freizeit bei 18,8 % der Beschäftigten im Homeoffice als problematisch wahrgenommen wurde. Im Betrieb gaben dies hingegen nur 8,8 % der Beschäftigten an.[3] Die Mehrheit der Beschäftigten gab außerdem an, im Homeoffice deutlich mehr zu arbeiten.[4] Laut dem Deutschen Ärzteblatt haben die Beschäftigten im Homeoffice geringere Fehlzeiten (7,7 Tage gegenüber 11,9 Tagen). Die Studie der DAK Baden-Württemberg zeigt parallel dazu auf, dass das Aktivitätsniveau aufgrund des langen Lockdowns und der Heimarbeit deutlich niedriger war. 71 % der Befragten gaben an, dass sie sich im Homeoffice weniger bewegten als vor der Pandemie – 42 % davon sogar deutlich weniger. Gleichzeitig haben gesundheitliche Beschwerden, wie Gewichtszunahme und Rückenbeschwerden, bei vielen Befragten zugenommen.[5] Die Analysen der AOK Rheinland/Hamburg zeigen, dass Rückenleiden aufgrund der Pandemie zugenommen haben: 2020 gab es demnach 17 % mehr Ausfalltage wegen Rückenproblemen als 2019, dabei waren Männer häufiger betroffen als Frauen.[6] Laut der YouGov-Studie zum Homeoffice 2020 fordern 43 % der Arbeitnehmer mehr aktive Unterstützung seitens der Arbeitgeber sowie zielführende Präventionsangebote, 22 % wünschen sich bessere ergonomische Arbeitsplätze und 17 % mehr Sport- und Entspannungsangebote.[7] Diese Zahlen zeigen sehr deutlich auf, dass gerade die Unterstützung durch den Arbeitgeber bzw. durch die Führungskräfte neben den Rahmenbedingungen einen sehr hohen Stellenwert hat.

[1] BAuA (2020), S. 65; Deutsches Ärzteblatt (Hrsg.) (2019): Arbeitswelt: Homeoffice kann psychische Belastung erhöhen, verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/210258/Arbeitswelt-Homeoffice-kann-psychi- sche-Belastung-erhoehen (abgerufen am 3.8.2021).
[2] Hans-Böckler-Stiftung (Statista, Hrsg.) (2020): Verschwimmen Ihrer Ansicht nach im Homeoffice die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit?, verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1196166/umfrage/umfrage-zum-verschwimmen-der-grenze-zwischen-arbeit-und-freizeit-durch-homeoffice/ ...

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