Aktueller Rentenwert (West)

Zusammenfassung

 
Begriff

Der aktuelle Rentenwert ab 1.7.2020 beträgt 34,19 EUR (West). Es handelt sich dabei seit 1992 um ein Element der Rentenberechnung in der Rentenversicherung. Er ist der Betrag, der einer monatlichen Rente wegen Alters in der allgemeinen Rentenversicherung entspricht, wenn für ein Kalenderjahr Beiträge aufgrund des Durchschnittsverdienstes gezahlt worden sind. Durch die Vervielfältigung mit

  • den persönlichen Entgeltpunkten,
  • dem je nach Rentenart unterschiedlichen Rentenartfaktor sowie
  • dem je nach Rentenbeginn individuellen Zugangsfaktor

wird der monatliche Betrag der Rente berechnet. Über die in der Regel jährliche Veränderung des aktuellen Rentenwerts werden die Renten an die Entwicklung der Einkommen angepasst.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Sozialversicherung: Die Bestimmung des aktuellen Rentenwerts richtet sich nach §§ 68 und 68a SGB VI. Die Anpassung erfolgt in der Regel jährlich zum 1.7. durch Verordnung.

1 Bestimmung

Der aktuelle Rentenwert wird entsprechend dem in § 68 SGB VI vorgeschriebenen Verfahren bestimmt. Über dieses Verfahren ist der aktuelle Rentenwert grundsätzlich an die Entgeltentwicklung anzupassen.[1] Er wird zum 1.7. eines jeden Jahres durch Rechtsverordnung[2] oder in Ausnahmen auch durch ein Gesetz neu bestimmt. Der neue aktuelle Rentenwert ersetzt in der Rentenberechnung[3] den bisherigen aktuellen Rentenwert und stellt dadurch sicher, dass die Renten an die Einkommensentwicklung angepasst werden.[4]

Bei der Festlegung des neuen aktuellen Rentenwerts werden

  • die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und
  • der Beitragssatz der allgemeinen Rentenversicherung

unter Beachtung des Altersvorsorgeanteils (staatlich geförderte private Altersvorsorge) berücksichtigt. Neben der Lohnentwicklung wird auch ein Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt. Dieser spiegelt die Entwicklung des Verhältnisses von Rentnern zu Beitragszahlern wider. Darüber hinaus ist auch die Einnahmesituation der gesetzlichen Rentenversicherung wie folgt stärker in die Anpassung eingebunden worden: Seit der Rentenanpassung zum 1.7.2006 ist die Veränderung der Bruttolohn- und Gehaltssumme je durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer unter Berücksichtigung der Entwicklung der beitragspflichtigen Einnahmen zu bestimmen. Ferner werden positive Rentenanpassungen so lange nur zur Hälfte weitergegeben, wie noch ein sog. Ausgleichsbedarf vorhanden ist.[5]

2 Aussetzung/Abweichung

In den letzten Jahren wurde aufgrund besonderer Situationen einige Male von dem für die Bestimmung des aktuellen Rentenwertes vorgeschriebenen Verfahren abgewichen oder dieses sogar ausgesetzt. So kann die in der Zeit von 2019 bis 2025 geltenden doppelte Haltelinie zu einer Abweichung des sonst üblichen Verfahrens führen.

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