11.04.2012 | Leistungen Sozialversicherung

Zentrale Rufnummer für ärztlichen Bereitschaftsdienst

Wer nachts oder am Wochenende dringend einen Arzt braucht, der kann künftig überall in Deutschland die Telefonnummer 116 117 anrufen.

Die neue kostenlose Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes soll ab 16.4.2012 erreichbar sein, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am 10.4.2012 in Berlin mitteilte. Der Anrufer wird soweit möglich automatisch mit dem nächstliegenden Bereitschaftsdienst verbunden.

Langfristig eine europaweit gültige Nummer

In Baden-Württemberg, dem Saarland sowie Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen geht die Nummer allerdings erst später an den Start. Dort würden die Bereitschaftsdienste derzeit noch neu organisiert, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Köhler.

Langfristig solle die Rufnummer aber europaweit gelten. Viele Länder hätten bereits Interesse gezeigt.

Notruf 112 gilt nur für lebensbedrohliche Fälle

Mit der neuen Nummer soll auch der Notruf 112 entlastet werden. Er erhoffe sich von dem neuen Service einen Rückgang der unnötigen Anrufe bei der 112, sagte Köhler. Die Notdienstzentralen seien teils stark überlaufen. Sie seien aber nur für lebensbedrohliche Notfälle zuständig.

Bislang haben die Bereitschaftsdienste in Deutschland mehr als tausend regional unterschiedlichen Nummern, die teilweise sogar täglich wechseln. Diese Nummern sollen aber parallel weiter erreichbar bleiben. Die neue zentrale Nummer "ist ein großer Fortschritt, denn es beendet das Wirrwarr von über tausend Wegen, zu einem Arzt zu kommen, auf eine einzige Lösung", sagte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU).

Kassenärztliche Vereinigungen finanzieren die Notrufnummer

Die Kosten für den Service, die nach Angaben der KBV zwischen 3 und 5 Mio. EUR im Jahr liegen, tragen die Kassenärztlichen Vereinigungen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst behandelt jährlich rund 3,9 Mio. Patienten.

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