15.05.2014 | Zahnreport

Häufiger zur Zahnvorsorge gehen

Nachholbedarf bei Zahnvorsorge im Westen
Bild: Haufe Online Redaktion

Deutsche sollten häufiger zur Zahnvorsorge gehen. Insbesondere im Westen Deutschlands besteht Nachholbedarf bei Prophylaxe-Leistungen. Dies geht aus dem Zahnreport 2014 der BARMER GEK hervor.

Bei der Zahnvorsorge gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle. Während in Westdeutschland die Teilnahmeraten zwischen 43,9 Prozent in Bremen und 56,5 Prozent in Bayern schwanken, pendeln die Werte in den neuen Ländern um die 60-Prozent-Marke. Das geht aus dem aktuellen BARMER GEK Zahnreport hervor.

Prophylaxe-Leistungen werden zu wenig beansprucht

Insgesamt beanspruchte nur jeder zweite Bundesbürger im Jahr 2012 Prophylaxe-Leistungen. Dieser Trend zeigt sich neben der Prophylaxe auch in Diagnostik und Behandlung. Laut Report haben rund 75 Prozent der ostdeutschen Bundesbürger mindestens einmal jährlich einen Zahnarzt aufgesucht, in Westdeutschland waren es nur 68,9 Prozent. In Sachsen wird der regelmäßige Zahnarztbesuch besonders ernst genommen. 78,9 Prozent waren im Jahr 2012 mindestens einmal beim Zahnarzt. Schlusslicht sind die Saarländer, nur 63,9 Prozent von ihnen nutzten die jährliche Zahninspektion.

Frauen gehen häufiger zum Zahnarzt

Auch zwischen den Geschlechtern gibt es deutliche Unterschiede. 2012 gingen 74,2 Prozent der Frauen zum Zahnarzt, aber nur 66,4 Prozent der Männer. Vor allem junge Männer scheuen offenbar den Besuch beim Zahnarzt. Erst ab dem 50. Lebensjahr holen die Männer leicht auf, bevor sich die Inanspruchnahmerate dann im hohen Alter umkehrt. Ab dem 80. Lebensjahr gehen Männer häufiger zum Zahnarzt als Frauen.

Hoher Privatkostenanteil bei Zahnersatzbehandlung

Versicherte müssen für Zahnersatz tief in die Tasche greifen. Aus den im Zahnreport ausgewerteten Heil- und Kostenplänen ergeben sich durchschnittliche Gesamtkosten für Neueingliederungen von 1.295 Euro je Fall. Davon haben die Versicherten mehr als die Hälfte, nämlich im Durchschnitt 724 Euro, als Privatanteil getragen. Die Kosten schwanken regional jedoch erheblich. In Baden-Württemberg zahlen die Versicherten 936 Euro Eigenanteil, in Sachsen-Anhalt sind es 508 Euro. Analog zu den niedrigen Gesamtausgaben für Zahnersatz in den östlichen Bundesländern sind hier auch die Eigenanteile deutlich geringer. In der Praxis fallen die von den Versicherten privat aufzubringenden Anteile noch viel höher aus, weil die Patienten sich oft für eine gegenüber der Regelversorgung höherwertige Versorgung entscheiden.

Wurzelbehandlungen sind besser als ihr Ruf

Im Jahr 2012 wurde bei insgesamt 6,1 Prozent der Versicherten eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Allein der Gedanke an eine Wurzelbehandlung verursacht bei vielen Menschen Schmerzen, doch die Behandlung ist besser als ihr Ruf. Diese Behandlungsmethode stellt einen wirksamen Eingriff dar, durch den in vielen Fällen Zahnverlust mit kostspieligen Folgebehandlungen vermieden werden kann.

Laut dem Report mussten 84 Prozent der Zähne nach einer Wurzelbehandlung nicht erneut behandelt werden. Die Backenzähne (85 bis 86 Prozent) haben sogar eine niedrigere Rate von Folgebehandlungen als Frontzähne (82 Prozent). Den Ergebnissen des Reports zufolge wird nach drei Jahren nur etwa jeder neunte wurzelbehandelte Zahn entfernt. Auch hier lohnt sich also eine rechtzeitige Behandlung.

Schlagworte zum Thema:  Zahnarzt, Vorsorge, Zahnersatz, Prophylaxe

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