| Arbeitslosenquote sinkt

Witterungsbedingte Zunahme der Arbeitslosigkeit

Geschlossene Baustellen führen zu Arbeitslosigkeit
Bild: Thomas Max Müller ⁄

Wenn witterungsbedingt die Arbeit auf den Baustellen ruht, steigen jährlich die Arbeitslosenzahlen. Nach Einschätzung der Fachleute sieht es, abgesehen von diesem Saisoneffekt, auf dem deutschen Arbeitsmarkt weiter gut aus. Die BA meldet für 2014 ein Sinken der Arbeitslosenquote.

Der deutsche Arbeitsmarkt entwickelt sich nach Experteneinschätzung trotz weltwirtschaftlicher Unsicherheiten weiter stabil. Auch im Dezember 2014 hätten weder die Ukraine-Krise noch die Konflikte im Nahen Osten nennenswerte Spuren auf dem deutschen Stellenmarkt hinterlassen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Allein Saisoneffekte seien für eine Zunahme der Arbeitslosigkeit verantwortlich.

Arbeitslosenquote für 2014 gesunken

Im Jahr 2014 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom 7.1.2015 durchschnittlich 2,898 Millionen Menschen arbeitslos - und damit 52 000 weniger als im Jahr davor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent.

Arbeitslosigkeit wäre ohne Saisoneffekte gesunken

Nach Berechnungen der Ökonomen waren Ende Dezember rund 2,787 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Dies wären war rund 70 000 mehr Erwerbslose als im November aber rund 85 000 weniger als vor einem Jahr. Ohne Saisoneffekte, die im Dezember meist etwas stärker ausgeprägt sind, wäre die Arbeitslosigkeit nach Einschätzung der Fachleute im Dezember monatsbezogen sogar um 5000 bis 15 000 gesunken.

Konjunkturschub 2015 kommt auf Arbeitsmarkt nicht an

Für 2015 gehen die Ökonomen dagegen nur von einer verhaltenen Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt aus. Zwar rechnen sie mit einem etwas kräftigeren Wirtschaftswachstum als 2014. Auf dem Arbeitsmarkt werde dieser Konjunkturschub aber kaum ankommen, prognostizierten die Fachleute.

Fachleute rechnen für 2015 mit Anstieg der Erwerbslosigkeit

Im Jahresschnitt 2015 rechnen die Fachleute mit 2,90 bis 2,94 Millionen Arbeitslosen, was einer Stagnation oder sogar einem leichten Anstieg der Erwerbslosigkeit in diesem Jahr im Vergleich zu 2014 gleichkäme. Lediglich ein Volkswirt rechnet mit einem etwas kräftigeren Rückgang der Arbeitslosenzahlen.

Führt Mindestlohnregelung zu höherer Arbeitslosigkeit?

Die meisten Volkswirte begründen ihre eher zurückhaltende Einschätzung vor allem mit der am 1. Januar Kraft getretenen Mindestlohnregelung. Diese werde in einigen Regionen zu Arbeitsplatzverlusten führen. «Das ist ein Faktor, der 2015 bremst», ist Bayern-LB-Volkswirt Stefan Kipar überzeugt.

Arbeitslose können Lücke durch Rente mit 63 Jahren nicht durch ausgleichen

Nach Überzeugung von Oliver Rakau, Arbeitsmarktexperte bei der Deutschen Bank, dürfte sich zudem die starke Nachfrage nach der Rente mit 63 Jahren dämpfend auf Konjunktur und Arbeitsmarkt auswirken. «Es zeichnet sich ab, dass 2015 viele hoch qualifizierte Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gehen.» Sie rissen damit Lücken in die Belegschaften, die sich inzwischen nicht mehr so leicht schließen ließen.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitslosenversicherung, Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter

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