26.11.2014 | Pille danach

"Pille danach" bald rezeptfrei erhältlich?

Rezeptfreiheit wird auch für den Wirkstoff Levonorgestrel gefordert.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) wechselt den Kurs bei der rezeptfreien "Pille danach". Die Frauen in der SPD-Fraktion begrüßen dies als Schritt in die richtige Richtung. Sie fordern allerdings auch die Freigabe der Pillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel.

Ein rezeptfreier Verkauf des Medikaments sei überfällig «und ein wichtiger Teil des Selbstbestimmungsrechts moderner Frauen», erklärte die SPD-Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich am 25.11.2014 in Berlin. Allerdings forderte sie Gröhe auf, nicht nur Pillen mit dem Wirkstoff Ulipristal freizugeben, sondern auch die mit dem Wirkstoff Levonorgestrel, die preiswerter und viel besser erforscht seien (s. News v. 20.3.2014).

Beratung zur "Pille danach" künftig auch durch Apotheken

Gröhe hatte bisher darauf bestanden, dass Frauen die Pille nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr nur auf Rezept und nach einer Beratung durch einen Arzt erhalten sollten. Nach einer Empfehlung des EU-Arzneimittelausschusses erklärte Gröhe am vergangenen Freitag: «Unser Ziel ist es, auch weiterhin eine gute Beratung (...) aus einer Hand sicherzustellen.» Wenn diese «zukünftig nicht mehr zwingend durch einen Arzt vorgenommen werden muss, ist eine intensive Beratung auch in Apotheken der richtige Weg.» Er wolle dann Frauenärzte, Apotheken und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einladen, gemeinsam Kriterien für eine gute Beratung zu entwickeln, erklärte Gröhe weiter.

Schlagworte zum Thema:  Pille danach, Medikament, Rezeptfreiheit, Schwangerschaftsabbruch

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