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Was die Regierung gegen Altersarmut tun will

Seit Anfang September läuft der «Regierungsdialog Rente», bei dem Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit wichtigen gesellschaftlichen Gruppen ihr Konzept zur Bekämpfung der Altersarmut diskutiert - hinter verschlossenen Türen.

Dazu hat sie zu Beginn der Gespräche ihre Vorstellungen auf den Tisch gelegt, wie langjährige Niedrigverdiener im Alter vor Sozialhilfe bewahrt werden sollen.

Nachfolgend ein Überblick über die Eckpunkte:

ZUSCHUSSRENTE

Sie ist für Menschen gedacht, die wenig verdient, lang gearbeitet und zusätzlich für das Alter vorgesorgt haben. Sichergestellt werden soll ein monatliches Alterseinkommen von 850 EUR. Dafür muss man mindestens 45 Jahre gesetzlich rentenversichert sein. Zeiten von Ausbildung, Studium, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Schwangerschaft werden angerechnet.

Anspruch soll auch haben, wer mindestens 35 Jahre mit Pflichtbeiträgen aus Beschäftigung oder Zeiten der Kindererziehung oder Pflege vorweisen kann. Für eine 10-jährige Übergangszeit sollen erleichterte Voraussetzungen für die Zuschussrente gelten: 40 Versicherungsjahre, 30 Beitragsjahre und 5 Jahre zusätzlicher Vorsorge. Von der Leyen will damit sicherstellen, dass jene, die lange gearbeitet, aber wenig verdient und dennoch vorgesorgt haben, besser dastehen als jene, die nichts dafür getan haben.

ERWERBSMINDERUNGSRENTE

Wer lange krank ist und nicht mehr arbeiten kann, wird mit einer Erwerbsminderungsrente aktuell so gestellt, als habe er bereits bis 60 gearbeitet. Die Differenz zwischen Eintritt der Erwerbsminderung und dem 60. Lebensjahr wird "Zurechnungszeit" genannt. Sie soll stufenweise bis 2029 - und damit parallel zur Rente mit 67 - auf das 62. Lebensjahr angehoben werden. Die Zurechnungszeit erhöht sich also langfristig um 2 Jahre. Nach heutigen Werten führt das 2029 zu einem monatlichen Aufschlag von im Durchschnitt 50 EUR.

KOMBIRENTE

Bislang dürfen Frührentner nur 400 EUR ohne Abzüge hinzuverdienen. Wer mehr verdient, bekommt die Vorruhestands-Rente gekürzt. Dies soll künftig weniger rigide geregelt werden: Mit der neuen Kombirente. Das Modell sieht vor, dass Frührentner bis zur Höhe des zuletzt erzielten Einkommens abschlagfreien Hinzuverdienst erzielen dürfen. Dies sollte nach den Vorstellungen der Regierung von Gewerkschaften und Arbeitgebern tarifvertraglich flankiert werden.

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