26.05.2014 | Vorsorgeuntersuchungen

Screening-Programme zur Krebsfrüherkennung überprüfen

Überprüfung der Krebs-Vorsorgeuntersuchungen nötig
Bild: Haufe Online Redaktion

Ein Krebsscreening kann helfen, Leid und Todesfälle zu vermeiden. Die Vorsorgeuntersuchung kann aber auch Unsicherheit auslösen und sogar zu unnötigen Operationen führen. Der Präsident der Ärzteschaft Montgomery will die Programme zur Krebsfrüherkennung überprüfen.

Gesetzlich Versicherte sollen nach dem Willen von Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery besser vor möglicherweise riskanten Vorsorgeuntersuchungen bewahrt werden können. «Wir müssen Nutzen und Risiko der Vorsorgeuntersuchungen stärker hinterfragen als bisher», sagte er der «Berliner Zeitung» (Samstag). Die Krankenkassen und die Grünen begrüßten den Vorstoß. Aus der Union kam Kritik.

Überprüfung der Krebs-Vorsorgeuntersuchungen nötig
Montgomery bezog sich vor allem auf bestimmte Screening-Programme zur Krebserkennung. Studien zeigten, dass sich die Zahl der Todesfälle durch derartige Untersuchungen nur marginal senken lasse. Zudem würden oft nur die erreicht, die sich ohnehin um ihren Körper kümmern, sagte Montgomery. Kritiker sagen immer wieder, dass es durch Vorsorgeuntersuchen auch zu Fehldiagnosen und schlimmstenfalls unnötigen Operationen komme.
«Nötig ist eine wissenschaftliche Analyse aller Statistiken, die es zu den Vorsorgeuntersuchungen gibt, um das Verhältnis von Nutzen und Risiko besser zu bestimmen.» Der Präsident der Bundesärztekammer ergänzte später: «Die etablierten Vorsorgeuntersuchungen gerade im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin stehen dabei ebenso wenig infrage wie die Check-up-Untersuchungen für Erwachsene.»

Krankenkassen zahlen einige Vorsorgeuntersuchungen
Ansonsten werden etwa Tastuntersuchungen im Bereich Prostatakrebs, Mammografie- und Hautkrebs-Screening breit angeboten und von den Kassen bezahlt. Es gibt auch viele Vorsorgeuntersuchungen, die Ärzte den Versicherten auf deren eigene Kosten anbieten und deren Nutzen von Kritikern oft infrage gestellt wird.
Der oberste deutsche Medizinkontrolleur Jürgen Windeler hatte vor Monaten mitgeteilt, nach wissenschaftlichen Kriterien seien unter anderem die Tastuntersuchung auf Prostatakrebs, der regelmäßige allgemeine Check-up und das Hautkrebs-Screening fragwürdig. Windeler ist Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Vorsorgeuntersuchungen können viel Leid verhindern
Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn mahnte die Ärzteschaft, nicht den Eindruck zu erwecken, dass alle Maßnahmen zur Vorsorge und Früherkennung schaden. Die frühzeitige Entdeckung von Krankheiten könne viel unnützes Leid vermeiden und Leben retten.

Schlagworte zum Thema:  Vorsorgeuntersuchung, Arzt, Krebs, Krankenkasse

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