| Impfung bei Auslandsaufenthalt

Vor dem Urlaub den Impfschutz prüfen!

Gesundheitsgefahren im Urlaub sollten ausgeschlossen werden
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Auch wenn in Deutschland kein Impfzwang besteht: Impfen schützt. Besonders bei Urlaubsreisen sollte überprüft werden, ob der notwendige bzw. sinnvolle Impfschutz vorhanden ist. Unnötige Gesundheitsrisiken können damit vermieden werden, - nicht nur vor den Sommerferien.

Auch wenn der Urlaub nicht in die Tropen führt: Das Krankheitsrisiko ist erhöht, denn in Urlaubsregionen treten andere Krankheiten auf, als am Wohnort. Bestimmte Impfungen zählen deshalb nicht zur individuellen Grundimmunisierung. Es ist immer wichtig sich neben dem Hotel oder Zeltplatz auch über die regionalen Krankheitsgefahren zu erkundigen.

Welche Schutzimpfungen sind wichtig?

Welche Schutzimpfungen notwendig und sinnvoll sind, kann sich individuell aufgrund des Alters, dem Gesundheitszustand, Wohnort und Reiseziel unterscheiden. Um einen möglichst umfangreichen Impfschutz zu besitzen, sollte zuerst der individuelle Grundschutz kontrolliert und wenn nötig aufgefrischt werden. Erst dann sollte geprüft werden, welche zusätzlichen Schutzimpfungen in der Urlaubsregion darüber hinaus sinnvoll sind.

Der in Deutschland jeweils aktuelle Grundschutz ergibt sich aus den Empfehlungen der Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom Robert Koch-Institut. Für die als Grundschutz empfohlenen Schutzimpfungen werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel vollständig übernommen. Voraussetzung ist lediglich, dass die Impfung innerhalb der jeweils dafür vorgesehenen Altersgrenzen oder Indikationen durchgeführt wird.
Hinweis: Impfungen, die für bestimmte Berufsgruppen vorgeschrieben sind, bezahlt grundsätzlich der Arbeitgeber.

Besonderheit: Reiseschutzimpfungen

Reiseschutzimpfungen sind abhängig vom Reiseziel und der Art des Urlaubs. So sind für eine Rucksackreise durch Australien andere Impfungen sinnvoll als für einen Pauschalurlaub in der Türkei. Welche Impfungen für das spezielle Reiseziel sinnvoll sind, kann den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes entnommen werden. Oft können auch der Hausarzt oder die Krankenkasse Auskunft geben.

Zwar besteht für gesetzlich Krankenversicherte ein Anspruch auf Schutzimpfungen - aber hier sind nicht alle denkbaren und möglichen Impfungen eingeschlossen. Bei privaten Auslandsreisen zahlen daher nicht alle Krankenkasse in vollem Umfang die notwendigen oder sinnvollen Schutzimpfungen. Hier zeigen sich die Unterschiede bei den Krankenkassen: Auch Urlaubsimpfungen können als Mehrleistungen teilweise oder vollständig übernommen werden. Die Krankenkassen können hier frei entscheiden. Ein Blick in die Satzung  oder Nachfragen bei der Kasse verschaffen Klarheit. Eine Liste aller gesetzlichen Krankenkassen finden Sie hier.

Impfschutz hält oft nicht für immer

Je nach Art der Schutzimpfung kann sich die Haltbarkeit und somit die Wirksamkeit der verschiedenen Antikörper sehr unterscheiden. Deshalb sollte regelmäßig auf die Intervalle geachtet werden, damit rechtzeitig eine „Impf-Auffrischung“ erfolgt (erneute Impfung zur Bewahrung des Impfschutzes).
Der Impfschutz sollte regelmäßig beim behandelnden Arzt ggf. am Rande eines normalen Termins überprüft werden und aufgefrischt werden.

Steht die Urlaubsreise bereits kurz bevor oder handelt es sich um eine ungeplante "Last-minute"-Reise lassen sich trotzdem meistens noch alle empfohlenen Impfungen organisieren. Manchmal besteht dann zwar nur ein reduzierter Schutz. Aber auch dies ist besser als ungeschützt in den Urlaub zu fahren.
Tipp: Auf eine Auslandskrankenversicherung sollte unabhängig vom Impfschutz nicht verzichtet werden. Welche Besonderheiten bei Auslandskrankheiten im Zusammenhang mit chronischen Krankheiten existieren, finden Sie hier. Auslandsreisekrankenversicherungen werden durch private Versicherungsunternehmen angeboten.

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Schlagworte zum Thema:  Impfung, Auslandsaufenthalt, Kassenleistung

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