15.05.2015 | Eigene Patientenunterlagen

Künftig vollständiger Einblick in komplette Krankenakte?

Bild: Michael Bamberger

Mehr Transparenz  und Einblicke in die eigenen Krankheitsunterlagen: Durch eine Änderung der Berufsordnung der Ärzte haben Patienten ggf. bald bessere Einsicht in ihre vollständige Akte.

Ärzte in Deutschland wollen ihren Patienten künftig auf Verlangen Einsicht in deren komplette Krankenakte geben. Der Deutsche Ärztetag beschloss nach Angaben der Bundesärztekammer am 14.5.2015 in Frankfurt eine entsprechende Änderung der Berufsordnung. Bislang konnten Mediziner laut der Verordnung ihren Patienten jene Teile der Akte vorenthalten, in denen sie ihre subjektiven Eindrücke notiert hatten.

Umsetzung des § 630g BGB

Mit der Novellierung setzt der Deutsche Ärztetag den 2013 geänderten § 630g BGB um. Dieser schreibt u. a. vor, dass Patienten auf Verlangen unverzüglich Einsicht in ihre vollständige Patientenakte zu gewähren ist, soweit nicht therapeutische Gründe dagegensprechen.

Kritik von Deutschen Stiftung Patientenschutz

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach von einem skurrilen Beschluss. Es bedürfe «dieses Gnadenerweises durch die Ärzteschaft» nicht, das deutsche Recht regle die Situation ohnehin. «Das ist, wie wenn die Taxifahrer beschließen, künftig auf der Straße rechts zu fahren - obwohl in Deutschland bereits ein Rechtsfahrgebot existiert.»

Frank Ulrich Montgomery erneut gewählt

Zum Präsidenten der Bundesärztekammer wurde erneut Frank Ulrich Montgomery gewählt. Für den 62-jährigen Radiologen stimmten jedoch nur 161 von 230 Delegierten - und damit lediglich 70 %. Montgomery kündigte an, sich weiter für die Einheit der Ärzteschaft einsetzen zu wollen. Er leitet das Gremium bereits seit 2011 und war bei der jetzigen Wahl der einzige Kandidat.

Diese News könnten Sie auch  interessieren:

Wann liegt ein Behandlungsfehler vor?
IGel größtenteils ohne Nutzen für Patienten

Schlagworte zum Thema:  Krankheit, Patientenrechte

Aktuell

Meistgelesen