07.06.2017 | Serie Was bedeutet dieser Begriff der Sozialversicherung?

Unterhaltsvorschuss

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Der Unterhaltsvorschuss unterstützt Alleinerziehende, wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt leistet.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Alleinerziehende tragen nicht nur die alleinige Verantwortung für die Betreuung, Erziehung und Versorgung ihrer minderjährigen Kinder. Auch finanzielle Bedürfnisse des Kindes müssen sie alleine decken, wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Der Unterhaltsvorschuss leistet finanzielle Unterstützung.

Der Unterhaltsvorschuss - als staatliche Sozialleistung - unterstützt Alleinerziehende, indem er den Lebensunterhalt der Kinder finanziell absichert. Geregelt ist der Unterhaltsvorschuss im Unterhaltsvorschussgesetz (UhVorschG).

Unterhaltsvorschuss: Anspruchsvoraussetzungen

Anspruch auf Unterhaltsvorschuss haben Kinder, die

  • noch nicht zwölf Jahre alt sind,
  • bei einem alleinerziehenden Elternteil leben, und
  • keinen oder unregelmäßigen Unterhalt von dem familienfernen Elternteil erhalten oder deren anderer Elternteil verstorben ist.

Ab dem 1. Juli 2017 haben auch Kinder im Alter von zwölf Jahren bis zu ihrem 18. Geburtstag Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Voraussetzung ist, dass

  • diese Kinder nicht auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind oder
  • der alleinerziehende Elternteil neben dem Bezug von Arbeitslosengeld II ein eigenes Bruttoeinkommen von mindestens 600 Euro pro Monat erzielt.

Unterhaltsvorschuss: Leistungsdauer

Nach der bis zum 30. Juni 2017 geltenden Gesetzeslage wird Unterhaltsvorschuss für maximal 72 Monate höchstens bis zum 12. Geburtstag des Kindes geleistet.

Ab dem 1. Juli 2017 entfällt die Höchstbezugsdauer von 72 Monaten. Ein Unterhaltsvorschuss kann dann ohne zeitliche Beschränkungen bis zum 18. Geburtstag des Kindes in Anspruch genommen werden.

Unterhaltsvorschuss: Leistungshöhe

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich nach dem Mindestunterhalt. Die Höhe des Unterhaltsvorschusses beträgt monatlich:

  • für Kinder von 0 bis 5 Jahren: 150 Euro
  • für Kinder von 6 bis 11 Jahren: 201 Euro
  • ab dem 1. Juli 2017 für Kinder von 12 Jahren bis zum 18. Geburtstag: 268 Euro.

Liegen die Anspruchsvoraussetzungen nur für den Teil eines Monats vor, wird die Leistung anteilig gewährt.

Das für ein erstes Kind zu zahlende Kindergeld wird von dem zu erbringenden Unterhaltsvorschuss abgezogen. Auf die Leistung werden zudem Unterhaltszahlungen des familienfernen Elternteils oder eine Waisenrente, die wegen des Todes eines Elternteils gezahlt wird, angerechnet.

Beantragung und Auszahlung des Unterhaltsvorschuss

Zu beantragen ist der Unterhaltsvorschuss schriftlich bei der nach Landesrecht zuständigen Stelle. Nach der Bescheiderteilung erfolgen die laufenden Zahlungen jeweils monatlich im Voraus. Auszuzahlende Beträge werden dabei auf volle Euro aufgerundet. Eine rückwirkende Zahlung ist nur für den Monat vor dem Antrageingang möglich.

Rückforderung der Leistung

Wurde Unterhaltsvorschuss bezogen, ohne dass die Anspruchsvoraussetzungen vorgelegen haben, sind diese Beträge vom Berechtigten zurückzuzahlen. Aber auch rechtmäßig geleisteten Unterhaltsvorschuss fordert der Staat zurück. In diesem Fall jedoch von dem zum Unterhalt verpflichteten, familienfernen Elternteil. Die Rückforderung erfolgt nur, sofern dieser vollständig oder teilweise leistungsfähig ist.

Schlagworte zum Thema:  Unterhaltsvorschuss, Sozialversicherung, Leistung, Krankenversicherung

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