| Renten- und Arbeitslosenversicherung

Rentnerbeschäftigung: Union will Arbeitgeber von Beiträgen entlasten

Union will mit Rentenpaket auch Rentnerarbeit erleichtern
Bild: Haufe Online Redaktion

Neuer Vorstoß aus der Union: Arbeitgeber sollen von den pauschalierten Beiträgen zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung für arbeitende Rentner befreit werden, um so die Weiterbeschäftigung von arbeitenden Rentner zu erleichtern. Der DBG sprach sich gegen die Pläne aus.

Das geplante große Rentenreformpaket soll nicht nur die abschlagsfreie Rente mit 63 bringen - sondern nach dem Willen von Unionspolitikern auch die Möglichkeit, länger zu arbeiten. Und zwar zu Sonderkonditionen für die Arbeitgeber. Der DGB ist dagegen.

Unionsvorstoß: Keine Sozialversicherungsbeiträge für Rentner

Aus den Reihen der Union kommt ein Vorstoß, Arbeit im Rentenalter zu erleichtern - indem Arbeitgeber von den pauschalierten Beiträgen zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung für arbeitende Rentner befreit werden. Dies sieht ein Antrag von Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitikern der Unions-Bundestagsfraktion vor.

Nach Erreichen der Regelaltersgrenze keine Pflichtbeiträge

Der Vorstoß zielt auf eine Ergänzung des schwarz-roten Rentenpakets (s. News v. 30.1.2014) und darauf, «die bestehenden Hürden für eine Weiterbeschäftigung im Rentenalter zu beseitigen». Dies soll dem drohenden Fachkräftemangel abhelfen. «Angesichts eines strukturell gewandelten Arbeitsmarktes, der Fachkräfte mehr denn je benötigt, sollten Pflichtbeiträge der Arbeitgeber in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung bei Versicherungsfreiheit nach Erreichen der Regelaltersgrenze (...) nicht mehr erhoben werden», heißt es in dem Papier.

Fachkräftemangel erfordert flexiblere Übergänge in die Rente

Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums sagte, konkret sei dazu nichts geplant. Man sehe aber die Notwendigkeit für flexiblere Übergänge aus dem Arbeitsleben in den Ruhestand. Es gebe dafür aber noch keinen Zeitplan.

Rentenpaket soll Fachkräfte länger an den Arbeitsmarkt binden

Laut Antrag sollen arbeitsrechtliche Probleme und Hindernisse in der Renten- und Arbeitslosenversicherung «dem einvernehmlichen Wunsch des Arbeitgebers und Arbeitnehmers, ein Beschäftigungsverhältnis nach Erreichen der Regelaltersgrenze aufrecht zu erhalten, nicht im Wege stehen», heißt es in dem vom Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, federführend formulierten Antrag. Der Politiker sagte einer großen Zeitung: «Das Rentenpaket ignoriert die Frage, die sich eine älter werdende Gesellschaft stellen muss: Wie können wir Fachkräften ermöglichen, länger am Erwerbsleben teilzuhaben?»

DGB sieht keinen Handlungsbedarf: Weiterbeschäftigung bereits möglich

Der DGB sprach sich gegen die Unionspläne aus. «Irgendein Sonder-Arbeitsrecht für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oberhalb des Rentenalters ist absolut nicht akzeptabel», sagte die Rentenexpertin im DGB-Bundesvorstand, Annelie Buntenbach, einer großen Zeitung. Schließlich sollten auch jüngere Arbeitskräfte Chancen bekommen. Schon heute gebe es Regelungen, die eine Weiterbeschäftigung im Rentenalter ermöglichten. «Es besteht also kein gesetzgeberischer Regelungsbedarf.»

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Schlagworte zum Thema:  Abschlagsfreie Rente, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Fachkräftemangel, Sozialversicherungsbeitrag

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