Übergreifende Altersvorsorgeinformation

Die Bundesbürger sollen sich künftig auf einer geplanten Online-Plattform aus einer Hand über ihre persönliche Absicherung im Alter informieren können. Egal ob gesetzlich, betrieblich oder privat - dort sollen alle Elemente der Altersversorgung gebündelt abrufbar sein.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat am 2.4.2019 das gemeinsam mit dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) in Auftrag gegebene Forschungsvorhaben "Konzeptionelle Grundlagen für die Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation" veröffentlicht. 

Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation

Der Forschungsbericht zeigt auf, wie die Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation gelingen kann – trotz unterschiedlicher Träger aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge. Die nötigen Schritte zur Umsetzung des ambitionierten Projektes werden nun zügig in Angriff genommen.
Informationsbedarf über individuelle Alterssicherung
Verlässliche Rentenpolitik ist ein Kernversprechen unseres Sozialstaates. Dazu muss auch gehören, dass die Bürgerinnen und Bürger über ihre individuelle Absicherung aus allen drei Säulen der Alterssicherung informiert werden. Denn nur wer gut informiert ist, kann möglichen Handlungsbedarf erkennen und angehen. 

Umsetzung wird einige Zeit in Anspruch nehmen

Mit einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation sollen die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützt und ihnen die Möglichkeit eröffnet werden, sich auf einen Blick über ihre Ansprüche auf Alterssicherungsleistungen zu informieren. BMAS und BMF gehen hiermit ein sehr komplexes Vorhaben an, dessen Umsetzung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Mit dem Forschungsbericht ist ein erster Meilenstein dieses gemeinsamen politischen Projekts erreicht worden.

Elemente der geplanten Online-Plattform

Die wesentlichen Kernelemente sind:

  • Aufbau einer Online-Plattform, auf der die Bürgerinnen und Bürger individuelle Informationen über ihre Altersvorsorgeprodukte von den verschiedenen Altersvorsorgeträgern abfragen und "einsammeln" können.
  • Einfache und strukturierte Darstellung insbesondere der bereits erreichten und der bis zum Renteneintritt erreichbaren Leistungen aus den Altersvorsorgeprodukten, die von den Versorgungsträgern bereitgestellt werden.
  • Zusammenführung der erreichbaren Altersvorsorgeleistungen in einer Modellrechnung durch die Plattform, sofern und soweit wie möglich.
  • Ermöglichung des Datenexports aus der Plattform, um die Informationen für einen etwaigen Beratungsbedarf nutzen zu können.

Wie geht es weiter?

BMAS und BMF werden nun zügig die vorgenannten Kernelemente des Forschungsberichts in einem Dialogprozess mit den Interessenvertretern der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge und Anderen erörtern. Ziel ist es, bis zum Herbst 2019 gemeinsam die erforderlichen Rahmenbedingungen für die Einführung einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation festzulegen, um darauf aufsetzend die rechtlichen Grundlagen hierfür zu schaffen. Im Anschluss sind die technischen Voraussetzungen für die säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation im Detail zu erarbeiten und mit einer vorgeschalteten Pilotphase umzusetzen.

Schlagworte zum Thema:  Altersversorgung