| Transplantationsgesetz

Organspende-Reform nimmt die letzte Hürde

Endlich komplett: Der Bundesrat stimmte der Organspende-Reform zu.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Reform der Organspende ist besiegelt. Der Bundesrat gibt grünes Licht und setzt einen Schlusspunkt unter jahrelange Debatten.

Die Bundesbürger werden künftig regelmäßig nach ihrer Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod gefragt. Der Bundesrat stimmte am 15.6.2012 der Organspende-Reform zu. Das Ende Mai im Bundestag beschlossene Gesetz kann damit in Kraft treten.

Mehr Organspenden durch regelmäßige Information

Heute sterben in Deutschland von den 12.000 Menschen, die auf eine Spende warten, jeden Tag 3. Um die Spendenbereitschaft zu erhöhen, sollen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen den Versicherten ab 16 Jahren Informationen und einen Organspendeausweis zuschicken. Auch bei der Passausgabe in den Ämtern sollen die Bürger die Unterlagen erhalten.

Dokumentation der Spendenbereitschaft

Verankert wird die sogenannte Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz. "Das ist ein starkes Signal an die Bevölkerung, sich mit der Organspende zu beschäftigen", sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). "Viel zu wenig Menschen, sind konkret bereit, einen Organspendeausweis auszufüllen", beklagte er. Bisher hat nur ein Viertel der Deutschen einen Spenderausweis.

Die Versicherten sollen ihre Entscheidung auch auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) dokumentieren können, sobald dies in einigen Jahren technisch möglich ist.

Definierte Standards für Transplantationen

Ein weiterer Gesetzesbeschluss bringt Änderungen beim Ablauf der Organspende. Alle infrage kommenden Krankenhäuser müssen Transplantationsbeauftragte haben. Potenzielle Organspender sollen besser als heute identifiziert werden.
Bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), die die Spenden organisiert, mahnte die Länderkammer per Entschließungsantrag mehr Regionalisierung an.

Lebendspender werden besser abgesichert

Für Menschen, die zu Lebzeiten etwa eine Niere spenden, sollen auf Kosten der Krankenkassen des Empfängers eine Entgeltfortzahlung und Krankengeld garantiert werden. Auch die Nachsorge wird gesichert.

Das Gesetz tritt am Ersten des auf die Verkündung folgenden Monats im Kraft.

Weitere Informationen zur Organspende finden Sie auf der Internetseite www.organspende-info.de

Schlagworte zum Thema:  Organspende, Entgeltfortzahlung, Transplantationsgesetz, Elektronische Gesundheitskarte

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