03.06.2013 | Tag der Organspende

Werben für mehr Vertrauen in die Organspende

Haben Sie schon einen Organspendeausweis?
Bild: BZgA

Die Organspenden gehen zurück. Täglich müssen Menschen sterben, weil Spenderorgane fehlen. Die Regierung wirbt daher für mehr Akzeptanz und Vertrauen in die Organspende.

Zum Tag der Organspende am 1. Juni hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die Bürger aufgerufen, sich offensiv mit dem Thema Organspende zu befassen. «Organspende geht uns alle an und jeder von uns sollte sich entscheiden. Entweder für oder gegen eine Organspende», sagte Bahr am 1.6.2013 bei der zentralen Veranstaltung in Essen.

Starker Rückgang von Organspenden wird kritisch betrachtet

Manipulationen bei der Organvergabe müssten wirksam verhindert werden, um das Vertrauen in das System zu erhöhen. Nach dem Auffliegen schwerer Betrügereien vor fast einem Jahr ist die Zahl der Organspender dramatisch gesunken - 2012 um 12,8 % auf 1.046. Bundesweit warten 12.000 Schwerkranke auf eine Organspende. Minister Bahr zufolge sterben täglich 3 Menschen, weil es für sie kein passendes Organ gibt.

Organspendeausweis nutzen

«Mit einem Organspendeausweis kann man seine Entscheidung dokumentieren. Das schafft Klarheit, auch für die Angehörigen, die dadurch im Ernstfall entlastet werden», erklärte Bahr. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) riet in Essen dazu, sich gut zu informieren, eine Entscheidung zu treffen und sie möglichst der Familie mitzuteilen, um diese nicht im Ernstfall unvorbereitet zurückzulassen.

Informieren Sie sich rund Organ- und Gewebespenden auf www.organspende-info.de. Sie können auch online einen Organspendeausweis ausfüllen und sofort ausdrucken.

Manipulationen verunsichern Spendenwillige

Im Sommer Juli 2012 war bekanntgeworden, dass ein Göttinger Arzt planmäßig falsche Gesundheitsdaten von Patienten des Uniklinikums an das Unternehmen Eurotransplant gemeldet haben soll, damit die eigenen Patienten beim Empfang einer Spenderleber bevorzugt werden. Auch in weiteren Kliniken soll es Manipulationen gegeben haben.

«Wir werden alles daran setzen, das Vertrauen in den Wert der Organspende wiederherzustellen», sagte der Chef der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Rainer Hess. Weitere Skandale um manipulierte Wartelisten halte er für so gut wie ausgeschlossen. Nötig seien mehr Transparenz im Verfahren und eine saubere Datengrundlage zur Entscheidung, wer ein Organ erhalte.

Transplantationsrecht soll reformiert werden

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery nannte die Transplantationsmedizin in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» «so sicher wie noch nie». Der Medizinethiker Otfried Höffe appellierte an die allgemeine Hilfspflicht. Die Stiftung Patientenschutz begrüßte den Organspende-Tag, forderte aber über Appelle hinaus eine umfassende Neuordnung des Organspendewesens. Nötig sei eine Reform des Transplantationsrechts durch den Bundestag. «Die Schwächen des Systems müssen beseitigt werden, damit das Vertrauen in der Bevölkerung für dieses wichtige Anliegen gewonnen werden kann», verlangte Stiftungschef Eugen Brysch.

Es sei fraglich, ob die Organspende weiter privat organisiert bleiben solle - über die 3 privaten Akteure Bundesärztekammer, Deutsche Stiftung Organspende und Eurotransplant.

Schlagworte zum Thema:  Organspende, Transplantationsgesetz, Organspendeausweis, Manipulation

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