11.06.2012 | SG-Urteil

Hautkrebs bei Dachdeckern als Berufskrankheit anerkannt

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bei einem Dachdecker ist sonnenbedingter Hautkrebs an der Kopfhaut als Berufskrankheit anzuerkennen.

Dies entschied das Sozialgericht (SG) Aachen mit Urteil vom 16.3.2012 (S 6 U 63/10). Die Richter gaben damit einem Dachdecker Recht, der während seines Berufslebens rund 40 Jahre lang auf Dächern zum Teil ungeschützt der Sonneneinstrahlung ausgesetzt war und bei dem sich bösartige Veränderungen der Kopfhaut gebildet hatten. Die zuständige Berufsgenossenschaft hatte eine Anerkennung mit der Begründung abgelehnt, im Katalog der Berufskrankheiten-Verordnung fehle bislang eine entsprechende Krankheit.

Stetige Sonneneinstrahlung und Hautveränderungen stehen im Zusammenhang

Im konkreten Fall seien jedoch die Voraussetzungen eines Ausnahmetatbestands erfüllt, so die Richter. Dieser ermögliche die Anerkennung auch bislang nicht in der Verordnung aufgeführter Erkrankungen. Vor dem Hintergrund der anerkannten erhöhten Gefährdung von «Outdoor-Workern» durch sonnenbedingte UV-Strahlung und der 40-jährigen Berufstätigkeit des Dachdeckers bestünden keine Zweifel an einem Zusammenhang zwischen der Sonneneinstrahlung und den bösartigen Hautveränderungen.

Schlagworte zum Thema:  Berufskrankheit, Berufskrankheiten-Verordnung (BKV)

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