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Neuer Leitfaden zur Selbsthilfeförderung

Es gibt neue Grundsätze für die Förderung der Selbsthilfe.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Die Selbsthilfeförderung gehört zu den Aufgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Künftig sollen Selbsthilfegruppen, Organisationen und Kontaktstellen der Selbsthilfe gezielter unterstützt und Fördergelder bedarfsgerechter verteilt werden. Dafür hat der GKV-Spitzenverband neue Grundsätze zur Selbsthilfeförderung beschlossen.

Ab Januar 2014 wird der neu gefasste "Leitfaden zur Selbsthilfeförderung" gelten. Daran mitgearbeitet haben Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbände. In beratender Funktion waren auch die maßgeblichen Spitzenorganisationen der Selbsthilfe beteiligt.

"Wir fördern die Selbsthilfestrukturen in diesem Jahr mit rund 42 Mio. EUR. Diese Mittel der Beitragszahler sollen transparent, gerecht und wirksam vergeben werden", so Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes.

Ziele und Inhalte im "Leitfaden zur Selbsthilfeförderung"

Die Fördergrundsätze sollten so weiterentwickelt werden, dass die Selbsthilfeförderung für die Betroffenen den größtmöglichen Nutzen bringt. Gleichzeitig sollte das Förderverfahren niedrigschwellig und rechtssicher möglich werden.

Neu in den Leitfaden aufgenommen sind u. a.

  • klare Fristen für die Antragsbearbeitung,

  • konkretere Bestimmungen,

  • welche Fördervoraussetzungen zu beachten sind und

  • wie die Mittelverwendung nachzuweisen ist.

Ferner wurde klargestellt, dass Selbsthilfeprojekte auch mehrjährig gefördert werden können. Wichtige Begriffe werden in einem Glossar erläutert.

Krankenkassen unterstützen die Selbsthilfeförderung

Seit 2008 ist die finanzielle Hilfe für die Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen durch Krankenkassen und ihre Verbände im Rahmen der Gesundheitsförderung um über 9 % auf rund 42 Mio. EUR gestiegen. Hinzukommen strukturelle und ideelle Hilfen. Krankenkassen können z. B. Räume für Gruppentreffen stellen oder Selbsthilfegruppen mit dem Druck von Broschüren oder Flyern unterstützen.

"Die gesetzliche Krankenversicherung leistet seit vielen Jahren einen maßgeblichen und verlässlichen finanziellen Beitrag, damit die Situation chronisch Kranker, behinderter Menschen und ihrer Angehörigen durch Selbsthilfeangebote verbessert wird. Der Ansatzpunkt der Kassen, sowohl Projekte als auch Strukturen zu bezuschussen, ist europaweit einmalig. Allerdings darf dieses Engagement der Kassen nicht dazu führen, dass sich die öffentliche Hand aus ihrer Verpflichtung gegenüber der Selbsthilfe zurückzieht", so Gernot Kiefer.

Basisförderung und Projektmittel

Mindestens 50 % der GKV-Fördermittel fließen laut § 20 c SGB V in die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung, eine Pauschalförderung im Sinne einer Basisfinanzierung. Davon können die Kassen höchstens 50 % im Rahmen ihrer individuellen Projektförderung verwenden.

So werden die Fördermittel verteilt

Selbsthilfeorganisationen, die einen Zuschuss zur Basisfinanzierung beantragen, können sich an die GKV-Gemeinschaftsförderungen wenden. Die Fördermittel für individuelle Projekte bewilligen die einzelnen Krankenkassen und ihre Verbände. Einige Krankenkassen fördern selbst keine Projekte und stellen ihre Mittel den GKV Gemeinschaftsförderungen zur Verfügung. Daher sollten sich Selbsthilfeorganisationen im Vorfeld bei den Krankenkassen oder ihren Verbänden über das Verfahren und eventuelle Förderschwerpunkte zu informieren.

Schlagworte zum Thema:  Selbsthilfe, Gesundheitsförderung, GKV-Spitzenverband

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