10.02.2016 | Gesundheitsdaten

Jeder dritte Bundesbürger ab 14 Jahren zeichnet Gesundheitsdaten digital auf

Gesundheitsdaten und Apps: Wie steht es um den Datenschutz?
Bild: Haufe Online Redaktion

Es ist hipp, Gesundheitsdaten digital aufzuzeichnen: Schritte und Kalorien zählen, Puls messen. Verbraucherminister Heiko Maas warnt: Sensible Daten bedürfen eines besonderen Schutzes.

Nach einer repräsentativen Umfrage unter 1.236 Personen von Bitkom Research nutzen derzeit 31 % der Bundesbürger ab 14 Jahren sog. Fitness-Tracker zur Aufzeichnung von Gesundheitswerten: Dabei setzen

  • 18 Prozent auf Fitness-Armbänder,
  • 13 Prozent auf Smartphones mit entsprechenden Apps und
  • 6 Prozent auf Computeruhren.

«Die Zahlen sind schon bemerkenswert», sagte Hauptgeschäftsführer des IT-Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder, in Berlin. Schließlich seien die Geräte erste wenige Jahre auf dem Markt.

Daten an Krankenkassen - Erhalt von Prämien

Ihr größtes Potenzial liege künftig in der Prävention von Krankheiten und in der medizinischen Versorgung von Patienten, sagte Rohleder. So wären drei Viertel aller Befragten im Krankheitsfall bereit ihre per Tracker gemessenen Werte an ihren Arzt zu übermitteln. Unter chronisch Kranken sind es sogar 93 Prozent. Ein Drittel der Befragten sei auch bereit, die Daten an Krankenkassen zu geben, etwa um im Gegenzug Prämien zu bekommen.

Keine Nachteile, wenn Gesundheitsdaten nicht zur Verfügung gestellt werden

«Niemand sollte gezwungen sein, seine Fitness überwachen zulassen», forderte Verbraucherminister Heiko Maas (SPD). «Das bedeutet z. B., dass man bei Krankenversicherungen keine Nachteile haben darf, weil man seine Gesundheitsdaten nicht zur Verfügung stellt.» Wichtig sei, über sensible Daten «frei und selbstbestimmt» entscheiden zu können, so Maas.  «Mit dieser Freiheit ist es nicht weit her, wenn Krankenkassen Tarifmodelle entwickeln, bei denen Sie den günstigen Tarif nur dann bekommen, wenn Sie einwilligen, dass Ihre kompletten Gesundheitsdaten ständig übermittelt werden.»

Problem: Verwendung der Gesundheitsdaten durch Dritte

Der SPD-Politiker verwies auf eine Studie im Auftrag seines Ministeriums, wonach viele Verbraucher Risiken bei der Nutzung von Wearables oder Apps befürchten. 39 Prozent der Befragten sehen demnach die Verwendung durch Dritte als Problem.

Die Grünen warfen Maas Doppelzüngigkeit vor, weil er Daten aus Fitness-Trackern anders bewerte als die Verbindungsdaten der Vorratsdatenspeicherung. «Im vergangen Jahr hat Maas seine Partei noch überzeugt, dass alle Menschen in Deutschland ihre intimen Kommunikationsdaten von Privatunternehmen speichern lassen», kritisierte die Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz, Renate Künast.

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Schlagworte zum Thema:  Gesundheitsdaten, Datenschutz, Krankenkasse

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