| Gebärmutterhalskrebs

Richtige Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs

Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs sind hilfreich
Bild: Haufe Online Redaktion

Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge wird von den Krankenkassen übernommen. Dabei regelt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als oberstes Beschlussgremium im Gesundheitswesen, was im Einzelnen bei der Krebsvorsorge finanziert wird.

Bei Frauen gehört dazu die Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs. Für diese Vorsorge gibt es seit einiger Zeit eine neuere Methode, über deren Wirkung und Aufnahme in den Katalog der Kassenleistungen die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Bundesausschuss noch streiten. Die Kassen setzen auf die neue Methode, die Ärzte auf die herkömmliche.

Untersuchungsmethode zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs

In Deutschland kann jede Frau ab 20 Jahren einmal im Jahr zur Vorsorge gehen. Damit haben jährlich etwa 30 Millionen Frauen Anspruch auf eine Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs. Die Hälfte der Frauen nutzt die Möglichkeit einmal im Jahr, etwa 70 Prozent nutzen sie innerhalb von drei Jahren. Wird der Krebs, das Zervixkarzinom, rechtzeitig erkannt, haben Patientinnen sehr hohe Heilungschancen. Die Krankenkasse Barmer GEK plädiert dafür, die Frauen künftig aktiv zur Vorsorge zu ermuntern.

Wie hoch ist die Sterblichkeit bei Gebärmutterhalskrebs?

Etwa 5000 Neuerkrankungen gibt es in Deutschland im Jahr. 1600 Frauen sterben daran. Das ist im internationalen Vergleich sehr wenig. Nur die Schweiz oder Finnland können auf eine günstigere Quote verweisen. Auch im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen ist die Quote gering. Laut KBV hat der Gebärmutterhalskrebs derzeit nur noch einen Anteil von 2,1 Prozent an allen Krebsneuerkrankungen bei Frauen.

Herkömmliche Vorsorgemethode gegen Gebärmutterhalskrebs

Die Ärzte setzen weiterhin auf den sogenannten Pap-Test nach seinem Erfinder, dem griechischen Arzt George Papanicolaou. Dabei wird ein Zellabstrich von Gebärmutterhals und Muttermund genommen und beobachtet, ob Zellen gesund und normal aussehen oder nicht. Danach wird die Krebswahrscheinlichkeit beurteilt.

Neuere Methode gegen Gebärmutterhalskrebs

Heute ist bekannt, dass Gebärmutterhalskrebs durch bestimmte «humane Papillomviren» (HPV) hervorgerufen werden kann. Der HPV-Test versucht also, humane Papillomviren im Gebärmutterhals der Frau nachzuweisen. Die meisten dieser Viren sind harmlos. Einige bergen aber ein hohes Krebsrisiko. Seit einigen Jahren gibt es Impfstoffe, die Schutz vor zwei Hochrisiko-HPV-Typen bieten. Einer der Impfstoffe schützt auch gegen zwei weitere HPV-Typen, die keinen Krebs, aber Feigwarzen auslösen können.

Wer sollte gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft werden?

Grundsätzlich ist die HPV-Methode (noch) nicht in den Leistungskatalog der Kassen aufgenommen. Diese übernehmen aber - entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission - für Mädchen und junge Frauen die Kosten der Impfung gegen HP-Viren. Die Kommission rät, dass sich Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren impfen lassen. Bis August 2014 galt dies noch für die Altersgruppe 12 bis 17.

Wie werden die HP-Viren übertragen?

In aller Regel durch Geschlechtsverkehr. Deswegen betont das Robert Koch-Instituts (RKI), dass die Impfung am besten wirkt, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt. Die Barmer GEK könnte sich vorstellen, nicht nur Mädchen und junge Frauen in das Impfprogramm aufzunehmen, sondern auch Knaben und junge Männer. Bisher ist das aber noch kein Thema.

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Schlagworte zum Thema:  Prävention, Krebs, Vorsorge

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