| Rentenreform

Vergleich: Zuschussrente und Solidarrente

Vergleich Zuschussrente / Solidarrente
Bild: Haufe Online Redaktion

Zur Bekämpfung der Altersarmut konkurrieren derzeit 2 Konzepte: Die Zuschussrente von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der Solidarrenten-Vorschlag der SPD. Es gibt Schnittmengen und Unterschiede. Nachfolgend ein grober Überblick.

Zuschussrente (von der Leyen):

Für langjährige Niedriglöhner sollen Niedrigrenten bis maximal 850 Euro aufgestockt werden, wenn sie mindestens 30 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben und fürs Alter zusätzlich vorgesorgt haben. Dann gibt es den Rentenzuschuss und die Riester-Rente obendrauf. Das Konzept belohnt auch Zeiten von Kindererziehung und Pflege von Angehörige. Finanziert werden soll alles bis 2025 mit einem Mix aus Beitrags- und Steuergeldern, danach allein aus Steuergeldern.

Solidarrente (SPD):

Sie soll nach 30 Beitragsjahren auch nach längerer Arbeitslosigkeit oder Tätigkeit in einem Billigjob einen Mindestrentenanspruch von 850 Euro im Monat garantieren. Für alle, die trotz 40 Versicherungsjahren diesen Betrag nicht erreichen, soll im Sozialrecht eine zweite Stufe der Grundsicherung eingeführt werden. Beides soll aus Steuermitteln finanziert werden.

Erwerbsminderungsrente (von der Leyen):

Sie soll langfristig für alle erhöht werden, die aus Krankheitsgründen vorzeitig aufhören müssen zu arbeiten. Bislang wird der Betroffene so gestellt, als ob er bis zum 60. Lebensjahr Beiträge gezahlt hat. Die Zeit zwischen Eintritt der Erwerbsminderung und dem 60. Lebensjahr heißt Zurechnungszeit. Diese soll stufenweise bis 2029 - und damit parallel zur Rente mit 67 - auf das 62. Lebensjahr angehoben werden.

Erwerbsminderungsrente (SPD):

Für Bezieher der früheren Berufsunfähigkeitsrente soll es keine Abschläge mehr geben. Die «Zurechnungszeit» will die SPD in einem Schritt bis zum 62. Lebensjahr verlängern. Zudem soll die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren für den Eintritt in die Erwerbsminderung aufgewertet werden.

Betriebliche Altersversorgung (SPD):

Sie soll massiv ausgebaut werden. Als «zweite Säule» neben der Rentenversicherung soll sie weitgehend die Riester-Rente ersetzen. Geplant ist eine «Betriebsrente Plus», in die jeder Arbeitnehmer 2 % vom Bruttolohn einzahlt. Dafür ist eine staatliche Förderung von 400 Euro im Jahr vorgesehen.

Schlagworte zum Thema:  Zuschussrente, Solidarrente, Erwerbsminderungsrente, Betriebliche Altersversorgung

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