| Rentenreform

DRV: geplante Zuschussrente ist "nicht zielgenau"

Kommt die geplante Zuschussrente nicht den Richtigen zugute?
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat den Gesetzentwurf von Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) für eine Zuschussrente zur Vermeidung von Altersarmut scharf kritisiert.

Die Regelungen seien "in ihrer Zielsetzung unklar, in ihren Auswirkungen nicht zielgenau und hinsichtlich der Finanzierung nicht systemgerecht", heißt es in einer Stellungnahme der DRV v. 28.4.2012.

Mit der Zuschussrente sollen die Altersbezüge von Geringverdienern, die viele Jahre gearbeitet haben, auf maximal 850 EUR aufgestockt werden. Von der Leyen rechnet zum geplanten Start im kommenden Jahr mit 50.000 Empfängern.

Zuschussrente greift nicht bei den Richtigen

Aus Sicht der Rentenversicherung ist das Modell aber unwirksam: "Im Ergebnis greift das Instrument der Zuschussrente umso weniger, je größer das Risiko ist, im Alter arm zu werden." So würden Langzeitarbeitslose, Versicherte mit lückenhafter Erwerbsbiografie und nicht abgesicherte Selbstständige nicht profitieren. Einen Start der Zuschussrente zum 1.1.2013 hält die DRV für kaum möglich.

Auch Vertreter aus den Regierungsfraktionen drängen darauf, sich von dem Konzept zu verabschieden. "Wir können nicht darüber hinwegsehen, dass die Zuschussrente nicht leistet, was sie leisten soll", sagte FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb der "Rheinischen Post". Der CSU-Sozialpolitiker Max Straubinger betonte: "Ich teile die Bedenken. Wir haben Zweifel, ob die Zuschussrente zielgenau ist."

Schlagworte zum Thema:  Rentenreform, Altersarmut, Zuschussrente

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