02.06.2014 | Rentenpaket

Rentenpaket teurer als erwartet

Rentenpaket voraussichtlich teurer als erwartet
Bild: MEV-Verlag, Germany

Bei Experten gilt das Rentenpaket der GroKo als verantwortungslos gegenüber der jungen Generation. Nun drohen noch höhere Kosten. Laut den Linken werden auch Rentner durch geringere Rentensteigerungen betroffen sein.

Die Kosten für das Rentenpaket der großen Koalition sind voraussichtlich höher als bisher veranschlagt. Der Grund: Die Regierung rechnet mit mehr Frührentnern wegen der Anrechnung von Beiträgen freiwillig Versicherter für die abschlagsfreie Rente ab 63.

Geringe Rentenerhöhung auch für Rentner

Die Linke wies zudem unter Verweis auf eine Regierungsauskunft darauf hin, dass auch die Rentner das Paket, zu dem eine Aufstockung der Mütterrente gehört, ab 2019 mitbezahlen - durch geringere Rentenerhöhungen.
Die Gesamtkosten für die Rente ab 63 beziffert die Bundesregierung bis Ende 2017 bislang auf insgesamt sieben Milliarden Euro. Nach Schätzungen des rentenpolitischen Sprechers der Grünen, Markus Kurth, könnten sich die Zusatzkosten nun auf eine Milliarde Euro bis Ende 2017 belaufen, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» - da sich der Kreis der Nutznießer auf bis zu 240 000 erhöhen könne.

Zusatzkosten für Rente ab 63 sollen finanzierbar sein
Eine Sprecherin des Arbeitsministeriums sagte, sie halte die Summe von einer Milliarde Euro für zu hoch. Sie nannte einen Betrag von maximal 750 Millionen Euro: 150 Millionen Euro im Jahr 2014, 300 Millionen im Jahr 2015 und wieder jeweils 150 Millionen Euro in 2016 und 2017. Sie betonte: «Die Zusatzkosten durch die Einbeziehung der freiwilligen Beiträge sind im Rahmen des Rentensystems finanzierbar.»

Ministerium rechnet mit höchstens 40 000 zusätzlichen Frührentnern
Nach Ministeriumseinschätzung wird es höchstens 40 000 zusätzliche Frührentner geben. Dabei handele es sich überwiegend um Selbstständige, die freiwillige Beiträge vor allem deswegen zahlten, um ihren Erwerbsminderungsschutz aufrecht zu erhalten. Sie müssten aber nicht notwendigerweise alle an einer Frühverrentung interessiert sein, da sie nur den Mindestbeitrag zahlten und ihre Rentenansprüche nicht so hoch seien, dass eine abschlagsfreie Rente einen hohe Anreiz darstelle.

Vorgezogene Beitragsanhebungen wegen Rentenpaket befürchtet
Rechnet man alle Verbesserungen für die Rentner - einschließlich der Mütterrente - bis zum Jahr 2030 zusammen, kommt man unterm Strich auf 160 Milliarden Euro. Diese Zusatzbelastung ist selbst bei steigenden Steuerzuschüssen nur durch vorgezogene Beitragsanhebungen zu stemmen.
In einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion teilte die Regierung mit, dass die Regelungen des Rentenpakets den für die Berechnung der Bruttorenten maßgeblichen Rentenwert bereits bis 2019 um 1,0 Prozent und bis 2024 um 1,5 Prozent im Vergleich zu den bisherigen Erwartungen minderten. Linksparteichef Bernd Riexinger sagte: «Das Rentenpaket wird in Wirklichkeit von den Rentnern bezahlt. 10 Millionen profitieren, 50 Millionen zahlen drauf. Das ist kein guter Deal, sondern ein gewaltiger Trickbetrug.»

Schlagworte zum Thema:  Rentenpaket, Rente mit 63, Mütterrente, Rente, Beitrag

Aktuell

Meistgelesen