| Mütterrente und Rente mit 63

Inhalt des Rentenpakets steht fest - Diskussionen beginnen

Das Rentenpaket sieht die abschlagsfreie Rente ab 63 vor
Bild: Haufe Online Redaktion

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat jetzt den "Entwurf eines Gesetzes über Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung" vorgelegt. Inhalte sind u. a. die abschlagfreie Rente ab 63 und die Mütterrente für Frauen von vor 1992 geborenen Kindern.

Das auf 23 Seiten vorgelegte große Rentenpaket der Bundesarbeitsministerin ist beim Koalitionspartner Union auf massiven Unmut gestoßen. Der Ministerin wird vorgeworfen, sich in einem wichtigen Detail ihres Entwurfes über Einwände selbst der Kanzlerin hinweggesetzt zu haben. Hier erhalten Sie einen Überblick zu den Eckpunkten des vierteiligen Rentenpakets.

Abschlagsfreie Rente ab 63

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll schon mit 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können. Begünstigt sind Angehörige der Geburtsjahrgänge bis 1952. Für danach Geborene mit besonders langen Beitragszeiten erhöht sich das abschlagfreie Renten-Zugangsalter stufenweise auf 65 Jahre. Ab dem Geburtsjahrgang 1963 gilt dann nur noch diese Marke. Phasen kurzzeitiger Arbeitslosigkeit werden in dem Konzept mit angerechnet, ebenso Zeiten der Kindererziehung, der Pflege von Familienangehörigen oder Zeiten mit Bezug von Insolvenzgeld. Für Langzeitarbeitslose gilt die Regelung nicht.

Unmut zur Anrechnung der Kurzzeitarbeitslosigkeit

Stein des Anstoßes bei der Union ist das Vorhaben von Nahles, bei der abschlagfreien Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren alle Zeiten von Kurzzeitarbeitslosigkeit mit einzurechnen. Das löste bei führenden Unionspolitikern erhebliche Verärgerung aus, zumal sich Kanzlerin Angela Merkel wiederholt für eine Begrenzung auf 5 Jahre ausgesprochen hatte. Das Arbeitsministerium betrachtet eine solche Grenze dagegen als willkürlich.

Mütterrente

Für Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, sollen Kindererziehungszeiten - rückwirkend zum 1.7.2014 - besser honoriert werden. Sie erhalten im Westen brutto etwa 28 EUR monatlich mehr pro Kind, im Osten etwa 26 EUR. Dies ist eine Verdoppelung des bisher bezahlten Zuschlags. Begünstigt sind voraussichtlich 9,5 Millionen Rentnerinnen. Grundsätzlich können auch Väter alternativ die verbesserte Leistung in Anspruch nehmen.

Bessere Absicherung bei Erwerbsminderungsrenten

Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder gar nicht mehr arbeiten kann, soll besser abgesichert werden. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichen Einkommen 2 Jahre länger in die Rentenkasse eingezahlt haben. Das bringt brutto bis zu 40 EUR im Monat mehr. Die letzten 4 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung sollen bei der Berechnung des Durchschnittseinkommens unberücksichtigt bleiben, wenn sie - etwa wegen gesundheitsbedingter Reduzierung der Arbeitszeit - negativ zu Buche schlagen würden.

Dynamisierung der Reha-Leistungen

Die bislang gedeckelten Mittel für Reha-Leistungen zur Vermeidung von Frühverrentungen sollen entsprechend der demografischen Entwicklung dynamisiert werden.

Zuletzt sind die Reha-Anträge stetig gestiegen; der Trend dürfte sich noch verstärken.

Schlagworte zum Thema:  Mütterrente, Erwerbsminderungsrente, Rehabilitation, Altersrente, Geminderte Altersrente, Ungeminderte Altersrente

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