23.03.2015 | Rente

Rentenerhöhung ab Sommer 2015

Grund zur Freunde: Ab Sommer 2015 steigen die Renten
Bild: Haufe Online Redaktion

Ab Sommer 2015 sollen Rentner eine höhere Rente erhalten und auch für das Jahr 2016 sind positive Vorzeichen absehbar. Insgesamt betrachtet gestaltet sich die Zukunft jedoch weniger rosig. Schon heute sind die Renten hinter der Lohnentwicklung zurück geblieben.

Langfristig ist die Rente nicht mehr unbedingt sicher. Selbst der Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) erwartet, dass die Rente in einigen Jahren in die Nähe der Sozialhilfe rückt, wie er jüngst in einem Interview sagte. Doch nun gibt es gute Nachrichten für die gut 20,5 Millionen Rentner - die Bezüge steigen spürbar.

Wie entwickelt sich die Rente in diesem Jahr?

Zum 1. Juli 2015 steigt die Rente um 2,1 Prozent in den alten Ländern, im Osten um 2,5 Prozent. Bei 1000 Euro sind das genau 20,97 Euro (West) und 25,01 Euro (Ost).

Die Anpassung orientiert sich vor allem an der Entwicklung der Bruttolöhne in Deutschland - getrennt errechnet für die West- und die Ostländer. Zusätzlich werden Veränderungen des Beitragssatzes zu Grunde gelegt. Der änderte sich aber nicht im Zeitraum 2013/14, der für die Berechnung 2015 maßgeblich ist. Das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern schlägt bei der Anpassungsformel für 2015 nur minimal zu Buche.

Ausgleich für niedrigere Rentenerhöhung

Insbesondere wird in 2015 eine auf EU-Vorgaben zurückgehende Statistik verändert. Das für die Rentenberechnung wichtige Niveau der Durchschnittslöhne laut der sogenannten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird um rund 0,9 Prozent niedriger ausgewiesen. Denn in die Statistik gehen nun mehr Beschäftigte mit niedrigerem Lohn ein, wie z. B. Menschen mit Behinderung in Werkstätten. Die Erhöhung der Renten fällt durch diesen Effekt um gut 1 Prozentpunkt niedriger aus.

Bei Rentenerhöhung 2016 erfolgt Ausgleich

Im Jahr 2016 soll es einen Ausgleich für diese niedrigere Rentenerhöhung geben. Denn längerfristig ist gar nicht die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung die letztendlich zählende Maßgabe. Vielmehr sind es die tatsächlichen beitragspflichtigen Löhne.

Deutschland ist kein finanzielles Paradies für Rentner. Der Linken-Rentenexperte Matthias Birkwald sagt: «Nicht zu vergessen ist, dass die Renten im Zeitraum 2003 bis 2013 wegen der Kürzungsfaktoren im Westen um insgesamt 7,54 Prozentpunkte und im Osten um 6,28 Prozentpunkte hinter der Lohnentwicklung zurückgeblieben sind.»

Längerfristige Renten-Entwicklung

Wegen der Alterung der Gesellschaft stehen in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Rentnern immer weniger Rentenkassen-Einzahler gegenüber. Die Armut sei bei den Rentnern und Pensionären seit 2006 um 47,5 Prozent gestiegen, so der Paritätische Gesamtverband - auch wenn die Armutsquote bei den Senioren mit 14,3 Prozent noch gut einen Prozentpunkt unter jener der Gesamtbevölkerung liegt.

Die Beiträge für die gesetzliche Rente will die Politik auf absehbare Sicht nicht erhöhen, auch deutlich mehr Steuergeld ist für die Rentenkasse nicht geplant. Als nächstes sollen dagegen die Betriebsrenten ausgeweitet werden, auf die derzeit 17,8 Millionen Beschäftigte Anspruch haben. In absehbarer Zukunft soll eine Koalitions-Arbeitsgruppe zur Flexibilisierung des Renteneintritts ihre Arbeit nach monatelanger Pause fortsetzen.

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Schlagworte zum Thema:  Rente, Gesetzliche Rente

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