12.03.2012 | Leistungen Sozialversicherung

Renten sollen 2012 deutlich steigen

Nach mageren Rentenjahren und Kaufkraftverlusten durch die Inflation soll es 2012 nun merklich mehr Geld für Rentner geben. Doch wer nur eine Mini-Rente erhält, ist immer häufiger von Altersarmut bedroht.

Die 20 Mio. Rentner in Deutschland können im Juli voraussichtlich mit einer weitaus stärkeren Erhöhung ihrer Altersbezüge rechnen als im Vorjahr. Im Osten könnte es nach einem Bericht der Bild-Zeitung v. 10.3.2012 mit einem Plus von 3,6 % den stärksten Anstieg seit 15 Jahren geben. Im Westen sei mit einer Anhebung um 2,2 % zu rechnen.

Im vergangenem Jahr waren die Renten nur um 0,99 %gestiegen. Bisherige Prognosen für 2012 lagen im Westen bei 2,3 Prozent, im Osten bei 3,2 %.

Zahlen vom BMAS noch nicht bestätigt

Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) sagte, er könne die konkreten Zahlen für 2012 noch nicht bestätigen. Allerdings sei sicher, dass es eine "merkliche Rentenanpassung" geben werde. Ursache seien nicht nur die Tariferhöhungen im vergangenem Jahr, sondern die insgesamt höhere Lohnsumme infolge der positiven Arbeitsmarktlage.

Bei einer Erhöhung von 2,2 % im Westen bekäme ein Senior mit 1.000 EUR Rente ab Juli 22 EUR mehr, im Osten 36 EUR. Für die Berechnung erwartet das Ministerium am 12.3.2012 die letzten aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes. Am 14.3.2012 will das Kabinett die Erhöhung der Altersbezüge beschließen.

Beitragszahler müssen weiter entlastet werden

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte am 11.3.2012 vor Plänen von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen für eine Zuschuss-Rente zur Vermeidung von Altersarmut. Dies dürfe nicht zu neuen Belastungen für die Beitragszahler führen und müsse kostenneutral finanziert werden. "Der Beitragssatz muss im kommenden Jahr, wie derzeit von der Bundesregierung erwartet, auf 19,2 % gesenkt werden", verlangte Hundt. Selbst dann läge die Gesamtbelastung durch Sozialbeiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch höher als zu Beginn der Legislaturperiode.

Zuschussrente soll Altersarmut verhindern

Von der Leyen verfolgt das Konzept einer Zuschussrente, mit der langjährige Geringverdiener vor Altersarmut bewahrt werden sollen. Es sieht vor, dass Niedrigrenten auf 850 EUR monatlich aufgestockt werden - sofern die Betroffenen jahrzehntelang Mitglied der Rentenversicherung waren und auch kontinuierlich privat fürs Alter vorsorgten. Die Ministerin hat dabei nach eigenem Bekunden vor allem Frauen im Blick, die Teilzeit gearbeitet, Kinder erzogen, Eltern gepflegt und nach ihren Möglichkeiten zusätzlich fürs Alter vorgesorgt haben.

Kürzung anderer Leistungen soll Zuschussrente finanzieren

Hundt sagte, die geplanten Verbesserungen seien zwar nachvollziehbar. Zur Finanzierung sollte die Bundesregierung den Mut aufbringen, die teuren Frühverrentungsprivilegien abzuschaffen. Insbesondere sollte auf den vorzeitigen abschlagsfreien Rentenzugang nach 45 Beschäftigungsjahren verzichtet werden, mit dem fast ausschließlich Bezieher besonders hoher Renten begünstigt würden.

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