17.07.2013 | Renten-Kürzung

Lawine der Altersarmut durch Kaufkraftschwund der Renten?

Trotz Kaufkraftschwund sind die Renten seit 1957 gestiegen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Renten haben deutlich an Kaufkraft verloren. Der Osten ist stärker betroffen, als der Westen. Führt die Renten-Kürzung zur Altersarmut? Das Bundesarbeitsministerium wies darauf hin, dass es "auch für Löhne keinen Schutz vor inflationsbedingten Kaufkraftverlusten gebe."

Im Westen habe der Kaufkraftschwund einer Durchschnittsrente zwischen 2000 und 2012 knapp 19 % betragen, im Osten 23,4 %, berichteten eine Zeitung. Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung zu einer Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Rente für langjährig Versicherte

Danach lag die durchschnittliche Rente für langjährig Versicherte 2012 im Westen bei 1.072 EUR, im Osten bei 1.052 EUR. Dies waren dem Bericht zufolge in den alten Ländern 27 EUR mehr als im Jahr 2000, im Osten dagegen 23 EUR weniger. In dem Zeitraum stieg der Verbraucherpreisindex um gut 21 %. Um das auszugleichen, hätte die Rente nach Berechnungen der Linken im Westen 2012 um 197 EUR und  im Osten um 251 EUR höher ausfallen müssen.

Entwicklung der Bruttostandardrente

Das Bundesarbeitsministerium wies darauf hin, auch für die Löhne gebe es "keinen Schutz vor inflationsbedingten Kaufkraftverlusten". Langfristig betrachtet sei die sogenannte Bruttostandardrente von 1957 bis 2011 real um 130 % gestiegen. Wer früher in Rente geht hat die Möglichkeit, die Rente durch freiwillige Beitragszahlungen aufzustocken.

Rentner als Melkkühe

Der Sozialexperte der Linksfraktion, Klaus Ernst, kritisierte, die schleichende Kürzung der Renten sei politisch gewollt. "Alle Regierungen seit der Jahrtausendwende haben die Rentner als Melkkühe missbraucht. Als Ergebnis droht nun eine Lawine der Altersarmut." Mehr zum Thema Altersarmut erfahren Sie in unserem Top-Thema vom 28.6.2013.

Schlagworte zum Thema:  Rente, Altersrente

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