25.01.2013 | Rente

BMAS wiederspricht Fehlberechnung beim Rentenniveau

Wer rechnet denn nun richtig beim Rentenniveau?
Bild: MEV-Verlag, Germany

Das Rentenniveau in Deutschland sinkt - angeblich. Denn vielleicht wird die Diskussion um die sinkenden Zahlen schlicht mit falschen Ausgangswerten geführt.

Das durchschnittliche Rentenniveau vor Steuern liege derzeit nicht bei den offiziell ausgewiesenen 49,6 % des Nettoeinkommens, sondern bei knapp 52 %. Das teilt zumindest das Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) mit. Die aktuelle Berechnung enthalte «einen grundsätzlichen Fehler».

Kritik am Rechenweg

Das von der Deutschen Bank getragene Institut beruft sich auf Feststellungen des Finanzmathematikers und Autors von Alterssicherungs-Studien, Werner Siepe. Das zuständige Bundesarbeitsministerium (BMAS) wies den Vorwurf zurück.
Siepe kritisiert die Methode zur Berechnung des verfügbaren Durchschnittsentgelts und der Sozialbeitragsquote. «Die Beiträge zu den Sozialversicherungen werden (...) in Relation zum Bruttoentgelt aller abhängig Beschäftigten gestellt, einschließlich der Beamten. Beamte zahlen aber keine Beiträge in die Sozialversicherungssysteme.»

Falscher Ausgangswert bei den Sozialversicherungsbeiträgen

Daher liege «die gesamtwirtschaftliche Sozialbeitragsquote mit etwa 17 % niedriger als die tatsächliche Abgabenquote der Arbeitnehmer von rund 20 %.» Dies führe zu Ergebnissen, die mit den tatsächlichen Verhältnissen der Rentner nicht übereinstimmten.

Bei zu niedrigem Rentenniveau muss gehandelt werden

Das Ministerium erwiderte: «Ein Rechenfehler liegt nicht vor.» Die Berechnung des Sicherungsniveaus vor Steuern erfolge nach geltendem Recht auf Basis der amtlichen Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Diese erfassten «die tatsächlich gezahlten Beiträge zur sozialen Sicherung». Derzeit sieht das Gesetz ein Eingreifen der Bundesregierung vor, wenn das Rentenniveau auf 43 % sinkt.

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