14.05.2013 | Pflegezusatzversicherung

Lohnen sich Tarife mit Pflege-Bahr?

Pflege ist teuer. Kann der Pflege-Bahr die Pflegelücke schließen?
Bild: Haufe Online Redaktion

Seit Januar 2013 werden private Pflegezusatzversicherungen staatlich gefördert. Doch nicht jeder Tarif ist förderfähig und nicht für jeden lohnt der Abschluss einer geförderten Versicherung. Wir informieren rund um den “Pflege-Bahr”.

Einen Zweck hat der Pflege-Bahr bereits erfüllt: Er hat die Notwendigkeit einer zusätzlichen privaten Pflegevorsorge ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung deckt die hohen Kosten bei Pflegebedürftigkeit meist nur teilweise ab. Pflegebedürftige oder deren Angehörige müssen den Rest, meist sogar einen Großteil der Pflegekosten, selbst tragen. Hier springt eine private Pflegezusatzversicherung ein.

Was kennzeichnet eine Pflege-Bahr geförderte Zusatzversicherung?

Mit dem Pflege-Bahr geförderte Tarife sind eigentlich an bestimmten Kriterien unterliegende private Pflegetagegeldversicherungen. Pflege-Bahr-Tarife können ohne Berücksichtigung einer Altersgrenze und auch von Menschen mit Vorerkrankungen und Chronikern abgeschlossen werden (Kontrahierungszwang). Viele Menschen älter oder bereits erkrankt sind, können durch den Pflege-Bahr Versicherungsschutz erlangen

Kein Licht ohne Schatten

Doch der Kontrahierungszwang hat auch Nachteile. Denn müssen ältere und kranke Personen mit einem statistisch höheren Pflegerisiko versichert werden, sind die Leistungen generell begrenzt. Sonst wären die Tarife letztlich überhaupt nicht kalkulier- und tragbar. So lassen sich Pflegekosten sich mit dem Pflege-Bahr nicht vollständig abdecken.

Wie ist eine volle Absicherung zu erreichen?

Wer „rundum“ versichert sein will, schließt neben dem Pflege-Bahr eine weitere  Pflegezusatzversicherung ab. Viele Versicherungen bieten ergänzend Zusatztarife an, dann dann jedoch förderfähig sind und den normalen Versicherungsbedingungen unterliegen (z. B. Gesundheitsprüfung).

Förderung allein ist nicht alles

Für gesunde Personen sind häufig nicht geförderte Pflegezusatzversicherungen die besser Wahl zur Absicherung des Pflegerisikos. Auf jeden Fall sollten Pflege-Bahr-Tarife und normale Pflegezusatzversicherungen genau  miteinander verglichen werden. Und wer die staatliche Förderung nutzen möchte, kann Pflege-Bahr-Tarif und eine weitere Pflegezusatzversicherung auch kombinieren.

Fazit: Vergleichen ist wichtig

Der Pflege-Bahr kann eine Pflegelücke nicht gänzlich schließen. Doch ist er für viele Menschen eine sinnvolle – oftmals auch die einzige - Möglichkeit der privaten Vorsorge. Junge und gesunde Menschen sollten nicht allein die staatliche Förderung im Fokus haben. Ein Vergleicht mit leistungsstärkeren, allerdings nichtgeförderten Tarifen kann sich lohnen.

Die Anbieter von Pflege-Bahr-Tarifen

Bislang bieten 29 Versicherungen Pflege-Bahr-Tarife an. Erfüllt eine Pflegezusatzversicherung die gesetzlichen Vorgaben und wird ein Mindest-Eigenbeitrag gezahlt, gibt es den stattlichen Zuschuss von 5 EUR monatlich.

Weitere Informationen zu geförderten Tarifen, deren Leistungen und weiteren Besonderheiten sind in einer Übersicht der Anbieter zusammengefasst. Wir stellen die Daten im Rahmen einer Kooperation mit dem Internet-Verbraucherportal "pflegeversicherung.net" zur Verfügung.

Schlagworte zum Thema:  Pflege-Bahr, Pflegezusatzversicherung, Pflegeversicherung, Förderung

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