15.11.2012 | Pflegeversicherung

Pflegebedürftig – was nun? Die Unterstützung der Pflegeberater ist jetzt ein MUSS

Pflegeberatung muss angeboten werden
Bild: Haufe Online Redaktion

Im eintretenden Pflegefall sind die Betroffenen und deren Angehörige oft ratlos. Was muss ich tun? An wen wende ich mich? Wer kann mir helfen? Die Pflegeberater der Pflegekassen geben Antworten und Hilfestellungen - nach dem neuen PNG ist das Angebot sogar ein MUSS!

Bisher gingen die Antragssteller von sich aus aktiv auf die Pflegekasse zu, um eine Pflegeberatung in Anspruch zu nehmen. Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) regelt nun, dass die Pflegekasse bei erstmaliger Beantragung einer Leistung auf dieses Beratungsrecht aufmerksam machen muss. Die Versicherten entscheiden dann, ob sie Informationen zum Thema Pflege wünschen oder nicht. Diese Entscheidung wird dann dokumentiert.

Zeitverschwendung – ich weiß schon alles

Nicht unbedingt! Die Pflegeberatung durch die Pflegekasse ist vor allem für Menschen ohne familiäre Unterstützung eine wichtige Hilfestellung. Besonders qualifizierte Mitarbeiter betrachten jeden Fall gesondert: Ist die Unterbringung in einer Einrichtung von Nöten, wie kann der Verbleib in den eigenen 4 Wänden gesichert werden, sind weitere Hilfsmittel nötig? Wichtiges Ziel ist dabei, die Eigenständigkeit des Pflegebedürftigen zu erhalten.

Zwei Beratungsarten: Grundsatz- und Pflegeberatung

Die Grundsatzberatung enthält eine Aufklärung über den Ablauf des Verfahrens und die Leistungen der Pflegeversicherung. Bei der Pflegeberatung werden alle individuellen Versorgungsmöglichkeiten ausgelotet, die Fachleute beraten objektiv zu allen möglichen sozialen und pflegerischen Dienstleistungsangeboten. Bei Bedarf organisieren und koordinieren sie die häusliche Versorgung und sind bei der Antragstellung behilflich.

Beratung auch zu Hause

Damit die optimale Versorgung langfristig gesichert ist, informieren die Pflegeberater über gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen. Dafür kommen die Experten bei Bedarf auch nach Hause.

Weiteres Angebot: Kur-Maßnahmen für „die Pflegenden“

Pflegende Angehörige sind besonders stark belastet, physisch als auch psychisch. Anträge auf Vorsorge- oder Rehabilitationsleistungen dieser Personen werden durch die Regelungen im PNG nun auch verstärkt berücksichtigt. Doch was wird aus dem Pflegebedürftigen während des Aufenthalts in einer Reha-Einrichtung?

Mitnahme des Pflegebedürftigen – macht das Sinn?

Auch darüber informieren die Pflegeberater. Mit dem Pflege-Neuordnungs-Gesetz wird die Möglichkeit geschaffen, den Pflegebedürftigen in der gleichen Einrichtung aufzunehmen. Es stellt sich aber die Frage, wie sinnvoll dies ist. Schließlich geht es bei der Rehabilitation darum, pflegende Angehörige zu entlasten. Eine sinnvolle Lösung wäre die Betreuung im Rahmen einer Kurzzeitpflege, bei deren Planung die Pflegeberater behilflich sind.

Im Einzelfall (z. B. bei pflegebedürftigen Kindern) kann die Nähe während der Rehabilitation aber durchaus sinnvoll sein. Hierfür gibt es spezielle Einrichtungen, etwa die des Müttergenesungswerks.

Angebot noch minimal

Das Angebot an spezialisierten Rehabilitationseinrichtungen, die auch heute schon pflegebedürftige Angehörige mit aufnehmen, ist begrenzt. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen und den Antrag auf eine Rehabilitationsleistung rechtzeitig zu stellen.

Ob die Zahl der Einrichtungen mit dem neuen gesetzlichen Rahmen steigen wird, bleibt abzuwarten.

Lesen Sie zum Thema auch die passenden Inhalte in unserem Haufe SGB Office Professional:

> Pflegeberatung

> Feststellung der Pflegebedürftigkeit (Verfahrensfeststellung)

Schlagworte zum Thema:  Pflegeberatung, Pflegeversicherung, Rehabilitationsleistung

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