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Pflegereform: Beitragssatzerhöhung und zusätzliche Pflegekräfte

Die SPD plant einen höheren Pflegebeitragssatz
Bild: MEV-Verlag, Germany

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will bei einem Bundestagswahlsieg eine große Pflegereform mit 125.000 zusätzlichen Pflegekräften auf den Weg bringen. Schwerpunkte: Die Pflege älterer Menschen zu Hause soll erleichtert und der Beitragssatz der Pflegeversicherung angehoben werden.

Die Bundesregierung hat zwar eine Pflegereform beschlossen - doch laut SPD und Kuratorium Altershilfe war sie völlig unzureichend. Sie trommeln für weit größere Anstrengungen. Neben SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will auch das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) einen raschen Ausbau der Altenpflege.

Verlorene Jahre für die Pflegereform

Sowohl Steinbrück als auch der KDA-Vorsitzende Jürgen Gohde warfen der schwarz-gelben Bundesregierung am 5.8.2013 vor, trotz der auf den Weg gebrachten Reform in dem Bereich der Pflegekräfte für 4 verlorene Jahre verantwortlich zu sein.

Ziele der Pflegereform: Altersgerechtere Wohnungen und Betreuung vor Ort

"Wir brauchen eine umfassende Pflegereform", sagte Steinbrück. Nötig seien etwa mehr altersgerechtere Wohnungen und mehr Betreuung vor Ort. Es gebe 2,5 Millionen Pflegebedürftige, der Anteil werde in Deutschland rasant steigen. Unter Union und FDP seien aber nur 9.000 Pflegekräfte eingestellt worden. Nun müsse der Beruf attraktiver werden, etwa durch bessere Bezahlung und geregelte Arbeitszeiten. Es könne nicht sein, dass die Ausbildung teils selbst bezahlt werden müsse, sagte Steinbrück.

Erhöhung des Pflegebeitrags unzureichend

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte: "Die Forderungen von Herrn Steinbrück werden auch durch ständiges Wiederholen nicht richtig." So sei etwa die Aussage, den Pflegebeitrag um 0,5 % anzuheben und davon 125.000 mehr Pflegekräfte zu finanzieren, irreführend.

Vollzeit-Jobs für Pflege im ambulanten Bereich

Verdi-Chef Frank Bsirske lobte den Vorstoß bei einem gemeinsamen Auftritt. "Das ist ein konkreter Schritt nach vorne." 70 % der Arbeitsplätze im ambulanten Bereich seien Teilzeit-Arbeitsplätze, man brauche mehr Vollzeit-Jobs und eine höhere Bezahlung.

KDA fordert Beitragssatz von 2,45 %

Gohde machte sich für eine weitere Anhebung des Beitragssatzes von 2,05 auf 2,45 % stark, für Menschen ohne Kinder auf 2,7 %. In einem gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellten Konzept für eine Reform ist zudem von frischen Steuermitteln für den steigenden Bedarf an besserer Pflege die Rede. "Es muss dort ankommen, wo es benötigt wird", forderte Gohde.

Zentral sei, dass es

  • eine bessere Infrastruktur gebe,

  • eine bessere Eingruppierung von Demenzkranken in die Pflegeversicherung (News v. 18.7.2013),

  • mehr Kurzzeitpflege,

  • ein besseres Management der einzelnen Pflegefälle und

  • eine stärkere Ausrichtung an Vorbeugung und Rehabilitation.

Schlagworte zum Thema:  Pflegeversicherung, Pflegereform, Beitragssatz, Pflegekasse, Demenzkranke

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