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Pflegenoten sollen verbessert werden

Derzeit verhandelt der GKV-Spitzenverband mit den Trägerorganisationen der Pflegeheime über die Weiterentwicklung der sogenannten Pflegenoten. Durch eine klare und schärfere Benotung sollen Qualitätsunterschiede deutlich erkennbar werden.

Jedes der 11.600 Pflegeheime in Deutschland muss sich einmal im Jahr einer Qualitätsprüfung stellen. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht, um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen über die Qualität aller Pflegeheime zu informieren.

Die Pflegenoten geben insbesondere Auskunft über die Qualität der pflegerischen Leistungen und die soziale Betreuung, die hauswirtschaftlichen Leistungen und die Organisation der Einrichtungen.

Gesamteindruck und Details werden aufgezeigt

Neben einer Gesamtnote zur ersten Orientierung liefern 4 Bereichsnoten bzw. 64 Einzelkriterien genauere Informationen. Hinzu kommt noch eine Bewohnerbefragung. So wird ein Eindruck von der Qualität eines Pflegeheims vermittelt.

Diese mit den Heimträgern aufgrund gesetzlicher Vorgaben beschlossene Bewertungssystematik geht den Pflegekassen nicht weit genug.

Kernkriterien und verbindliche Abwertungsregeln

Negative Bewertungen personenbezogener Kriterien zu Gesundheitszustand und Wohlbefinden von Pflegebedürftigensind von herausragender Bedeutung. Sie dürfen nicht durch positive Bewertungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden können. 15 Bewertungskriterien sollen künftig als Kernkriterien bewertet werden.

Für jedes nicht erfüllte Kernkriterium bei nur einem einzigen geprüften Heimbewohner wird die Gesamtnote für das Pflegeheim zwingend um 0,2 Notenstufen herabgesetzt. So kann das Pflegeheim im schlechtesten Fall um 3 volle Noten herabgestuft werden. Die 15 Kernkriterien sind als Anlage beigefügt.

Überflüssige und undifferenzierte Fragen, z.B. über Dokumentationen sollen gestrichen werden.

Stichprobenbildung soll verändert werden

Es ist nicht möglich jährlich bei allen Pflegeheimen auch die Pflegequalität bei allen Bewohnern zu prüfen. Deshalb wird in jedem Pflegeheim eine Stichprobe durchgeführt. Allerdings ist für ein repräsentatives Ergebnis der Stichprobe entscheidend, wie sie gebildet wird. Verschiedene Stichprobenmodelle wurden in 9 Pflegeheimen durch Vollerhebungen überprüft.

Im neuen Stichprobenmodell soll die Inaugenscheinnahme künftig bei 9Personen, unabhängig von der Einrichtungsgröße, durchgeführt werden. Aus jeder der 3 Pflegestufen werden zufällig 3 Bewohner ausgewählt. Die geänderte Stichprobenbildung führt dazu, dass künftig statt 84.800 ca. 104.700 Personen pro Jahr an Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen beteiligt sind.

Weitergehende Informationen

Die Funktionsweise und die Hintergründen der Pflegenoten sind im Internet unter www.pflegenoten.de beschrieben. Dort finden sich auch Hinweise auf verschiedene Pflegeheim-Suchmaschinen.

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