22.07.2013 | Unfall bei Pflege

Unfallversicherungsschutz für pflegende Angehörige

Auch bei der Pflege unfallversichert.
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine Pflegeperson wollte Geld holen, um für die pflegebedürftige Schwiegermutter einzukaufen. Als sie vom Auto zum Geldautomaten ging, stürzte die pflegende Angehörige. Bei dem Sturz handelt es sich um einen Arbeitsunfall. Dies bestätigte das Bayerische Landessozialgericht.

Pflegende Angehörige stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dieser Schutz greift auch, wenn sich der Pflegende beim Geldabheben am Automaten verletzt, so die Entscheidung des Bayerischen Landessozialgerichts (L2U 516/11). Die Voraussetzung: Mit dem abgehobenen Geld vom Konto des Pflegebedürftigen sollte für diesen eingekauft werden.

Arbeitsunfall einer pflegenden Angehörigen

Im verhandelten Fall hatte die Klägerin ihre Schwiegermutter zu Hause gepflegt. Beim Einkauf für diese stürzte die Schwiegertochter auf schneeglatter Straße, als sie vom Auto zum Geldautomaten ging. Der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung wollte diesen Unfall aber nicht anerkennen. Dagegen klagte die Frau vor dem Sozialgericht, hatte jedoch zunächst keinen Erfolg. Erst das Landessozialgericht gab der Klägerin Recht und stellte einen Arbeitsunfall fest.

Unfallversicherung bei Einkäufen für den Pflegebedürftigen

Die Richter stellten klar, dass neben der Pflege zu Hause auch das Einkaufen für den Pflegebedürftigen versichert ist. Wer dazu Bargeld des Pflegebedürftigen abhebt, fällt auch auf dem Weg zum und vom Geldautomaten unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Schlagworte zum Thema:  Unfallversicherung, Arbeitsunfall, Pflegebedürftigkeit

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