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Fachkräftemangel in der Pflege nimmt zu

Die Fachkräfte in der Pflege sind häufig überlastet.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Bedarf an Pflegekräften wächst und wird auch in den kommenden Jahren noch steigen. Ein Pflegepakt soll nun gegen den Fachkräftemangel helfen.

Die Pflegebranche fordert größere Anstrengungen gegen einen drohenden Pflegenotstand. «In den nächsten Jahren brauchen wir 200.000 zusätzliche Pflegekräfte», sagte der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, in Berlin. Ein Pflegepakt soll helfen.

Vorbild: Initiative für mehr Altenpfleger in Deutschland

Gegen den Fachkräftemangel in der Altenpflege bringt die Bundesregierung mit Vertretern von Ländern und Verbänden am 13.12.2012 eine Ausbildungsoffensive auf den Weg. Sie soll mehr Ausbildungsplätze schaffen. Der Bund will ferner die Kosten eines 3. Umschulungsjahres übernehmen. Es ist der erste bundesweite Ausbildungspakt für die Altenpflege. Beteiligt sind 30 Akteure aus Bund, Ländern und Verbänden.

Meurer, dessen Verband mehr als 7.500 Einrichtungen vor allem der Pflege versammelt, wertete die Initiative als wichtigen Baustein. Die Umschulung hin zur Altenpflegerin werde gezahlt. Das bewertete er positiv. Sein Verband habe bereits zugesagt, 4.000 Ausbildungsplätze zu schaffen. Nun müsse die Bundesagentur für Arbeit (BA) auch die entsprechenden Interessenten nennen.

Bessere Unterstützung für Pflegekräfte

Doch es müsse weit mehr passieren, forderte Meurer. «Wir haben jedes Jahr zwischen 1.500 und 2.000 Fachkräfte, die sagen: Es reicht.» Die Politik habe es lange verschlafen, gegen den Verlust an Pflegekräften und den künftig wachsenden Mangel anzusteuern. «Die Leute brauchen unbürokratisch und schnell Entlastung.»

Hilfe soll aus dem Ausland kommen

Nötig sei insbesondere eine verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte etwa aus Serbien oder Rumänien, aber etwa auch aus den Philippinen. Doch in Deutschland gebe es zu viele Vorbehalte, zu hohe Sprachanforderungen und eine zu spärlich ausgeprägte Willkommenskultur. Viele Zuwanderer machten um Deutschland deshalb einen Bogen und arbeiteten lieber in Schweden, Belgien oder anderen Ländern in der Pflege.

Zahlen stimmen bedenklich

Hintergrund ist der steigende Bedarf an Pflegeplätzen und Pflegefachkräften. Bis zum Jahr 2060 seien mehr als 700.000 zusätzliche Pflegekräfte nötig, ergab zuletzt etwa eine Untersuchung des Kieler Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung.

Schlagworte zum Thema:  Pflegeleistung, Fachkräftemangel, Pflegepakt

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