| Patientensicherheit

Mehr Todesfälle nach Behandlungsfehlern im Krankenhaus

Behandlungsfehler im Krankenhaus: bei der OP läuft etwas schief
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer häufiger werden Patienten falsch behandelt. Es sterben mehr Menschen durch Behandlungsfehler im Krankenhaus als durch Verkehrsunfälle. Trotz alarmierender Zahlen zu Behandlungsfehlern betonen die Krankenhäuser ihre hohen Standards bei Sicherheit und Hygiene. ​

Jährlich wenden sich zehntausende Versicherte an ihre Krankenkasse und melden einen Verdacht auf Ärzte- oder andere Behandlungsfehler. Am häufigsten werden Behandlungsfehler in  Krankenhäusern registriert. Durch den neuen Bundesgesundheitsminister Gröhe wird jedoch die Patientensicherheit in Deutschland hoch aufgehängt.

MDK prüft bei Verdacht auf Behandlungsfehler

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) überprüfte 2012 rund 8.600 Vorwürfe von Patienten gegen Krankenhäuser. In jedem 3.  Fall wurde ein Behandlungsfehler festgestellt. Jährlich melden rund 40.000 Versicherte pro Jahr eine fehlerhafte Behandlung bei Anlaufstellen der Ärzte, der Krankenkassen oder direkt bei einem Gericht.

Behandlungsfehler sind vielfältig

Die Bandbreite bei Behandlungsfehlern umfasst u. a.

  • sog. Krankenhausinfektionen mit zusätzlich im Krankenhaus eingefangenen Keimen,
  • falsch verabreichte Medikamente oder
  • vergessenes OP-Material im Inneren eines Patienten. 

Die Ärzte in den Krankenhäusern betonen jedoch, dass häufig kein Ärztepfusch hinter einem Behandlungsfehler steckt. Ursachen seien vielmehr Organisationsmängel, mehr komplizierte Eingriffe und auch der Mut zum Risiko vieler Operateure zum Risiko.

Hohe Sicherheitsstandards und Hygienevorschriften im Krankenhaus

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft unterstreicht, dass die Sicherheitsstandards bei der Krankenhausbehandlung so hoch wie noch nie seien. Die deutschen Qualitätsstandards können sich im internationalen Vergleich sehen lassen, sagte der Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Die Bereitschaft der Krankenhäuser wäre nie größer gewesen, Qualität und Sicherheit weiterzuentwickeln. Die Finanzierung dieses Mehraufwands sei jedoch erheblich.

Bundesgesundheitsminister will die Messlatte für den Behandlungserfolg höher hängen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte angekündigt, den Behandlungserfolg stärker zum Maßstab für die Patienten in Deutschland machen zu wollen. Gröhe bezog sich damit auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD. Ein neues Qualitätsinstitut für Gesundheit soll sämtliche routinemäßig anfallende Daten der Patienten zum jeweiligen Erfolg oder zu Problemen bei den einzelnen Behandlungen auswerten (s. News v. 15.1.2013). Ziel ist unter anderem eine online einsehbare Vergleichsliste zu Behandlungserfolgen der Krankenhäuser. Schlechte Qualität soll durch Abschläge bei der Finanzierung bestraft werden.

Schlagworte zum Thema:  Behandlungsfehler, Operation, Krankenhausbehandlung, Ärztepfusch, Patientenrechte

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