14.07.2014 | Patienten-Datenbank

Neue Datenbank für Implantate

Neue Patientendatenbank für Implantate
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Man hat seine Lehren gezogen: In Deutschland soll 5 Jahre nach dem Skandal um fehlerhafte Brustimplantate klarer dargestellt werden, wer welche Implantate eingesetzt bekommen hat. Ziel ist es, betroffene Menschen besser ausfindig zu machen.

Das ist Teil einer umfassenden Verordnung, die der Bundesrat am 11.7.2014 in Berlin beschlossen hat.

20.000 Frauen allein in Deutschland und Frankreich

Auslöser war der Skandal um Brustimplantate der Firma PIP aus Industrie-Silikon. Zehntausende Frauen weltweit hatten sich in oft schmerzhaften Operationen die Implantate entfernen lassen müssen, allein in Deutschland und Frankreich rund 20.000. 2010 waren die Implantate wegen hoher Reißanfälligkeit vom Markt genommen worden.

Hersteller sollen Produktpässe ausstellen

Von Oktober 2015 an sollen Kliniken, die Implantate einsetzen, alle Fälle nun in Datenbanken dokumentieren. Zudem werden die Hersteller verpflichtet, etwa für Herzschrittmacher Produktpässe auszustellen. Patienten können dann selbst prüfen, ob sie betroffen sind, wenn sich Produkte als problematisch erweisen.

Lasches Zulassungsverfahren

Die Krankenkassen beklagen zudem seit Jahren, dass die Zulassungsverfahren für Hochrisiko-Implantate zu lasch seien und dass Ärzte in zu vielen Fällen auf Implantate setzten.

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