26.09.2012 | Organspende

Der Organspendeausweis: So wird er ausgefüllt

Beim Organspendeausweis wichtig: die richtige Stelle ankreuzen.
Bild: BZgA

Der Organspendeausweis bietet viele Ankreuzfelder an. Welche Folge hat welches Kreuz? Viele sind verwirrt – und manchem fällt es schwer, die richtigen Felder zu markieren.

Kein Buch mit 7 Siegeln: Der neue Organspendeausweis ist gar nicht so kompliziert, wie er im ersten Moment aussieht. Und er ist wichtig, gleich ob sich der Inhaber für oder gegen eine Organspende entschieden hat.

Ohne Organspendeausweis entscheiden die Angehörigen

Denn kommt im Todesfall nach ärztlicher Beurteilung tatsächlich eine Organ- und Gewebespende in Betracht und liegt kein Dokument vor, werden die nächsten Angehörigen befragt, ob sich die oder der Verstorbene zu Lebzeiten zur Frage der Organspende schriftlich oder mündlich erklärt hat. Ist darüber nichts bekannt, entscheiden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen.

Organspendeausweis ist eine Willenserklärung

Wer also selbst entscheiden will, sollte einen Ausweis ausgefüllt haben und ihn bei sich tragen. Es bietet sich an, das Dokument immer zusammen mit dem Personalausweis mitzuführen, da in Notfällen schauen die Rettungskräfte dort immer zuerst nachschauen. Denn nur wenn der Ausweis im Falle eines Falles auffindbar und unmissverständlich ausgefüllt ist, kann sich der Inhaber sicher sein, dass entsprechend seinen Wünschen verfahren wird.

Weitgehende Bereitschaft zur Spende von Organen und Geweben

Mit dem 1. Feld erteilt der Ausweisinhaber eine generelle Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende. Diese Zustimmung umfasst weit mehr als die inneren Organe. So können mit einer hier erteilten Einverständniserklärung auch Gewebe des Körpers wie Knochen, Haut, Knorpel, Sehnen, Bindegewebe und Gefäße entnommen werden. Beispielsweise können mit transplantierten Hornhäuten Sehstörungen behoben werden.

Weniger bekannt: die Gewebespende

In Deutschland werden jährlich rund 50.000 Gewebetransplantate verwendet. Das läuft über spezielle Gewebebanken, bei denen die entnommenen Gewebe aufbereitet und katalogisiert werden. Nach der Entnahme wird der Körper des verstorbenen „rekonstruiert“, d.h. entstellende Veränderungen sind nicht zu befürchten.

Handelsverbot im Transplantationsgesetz verankert

Der Handel mit Geweben und Organen ist verboten (§ 17 TPG). Ausgenommen davon ist jedoch die Herstellung von Arzneimitteln aus Geweben oder Organen. Außerdem verbietet das Handelsverbot nicht die Erstattung von Aufwendungen, die im Rahmen einer Organ- oder Gewebespende entstanden sind. Dies sind beispielsweise Kosten für die Entnahme, die Aufbereitung in einer Gewebebank oder den Transport. Kritiker sehen darin allerdings Restrisiken zur gewerblichen Verwendung gespendeter Organe oder Gewebeteile.

Auch eingeschränkte Zustimmung zur Spende ist möglich

Wer nicht so weit gehen will, nutzt stattdessen das 2. Ankreuzfeld. Auch hier wird einer Spende zugestimmt, allerdings eingeschränkt. Es können Ausnahmen genannt werden. Denkbar wäre es, hier etwa der Gewebeentnahme zu widersprechen. Wer nur in einem konkreten Umfang zur Spende bereit ist, kann auf das 3. Feld zurückgreifen. Hier kann konkret benannt werden, welche Organe oder Gewebe entnommen werden dürfen. Alles, was hier nicht aufgeführt ist, darf dann auch nicht entnommen werden.

Organspendeausweis oder formloses Dokument?

Die Gegner der Organspende haben es einfach: Ein Kreuz beim 4. Feld stellt sicher, dass keine Entnahmen stattfinden. Wer sich selbst nicht entscheiden kann oder will, benennt mittels Feld 5 eine oder mehrere Vertrauenspersonen, die eine Entscheidung treffen sollen. Es ist übrigens auch möglich, Zustimmung oder Verweigerung einer Spende formlos auf einem Blatt Papier festzuhalten. Besser ist aber auf jeden Fall, den standardisierten Ausweis zu verwenden: Er ist am gebräuchlichsten und wird im Notfall sofort erkannt.

Schlagworte zum Thema:  Organspende, Transplantationsgesetz, Organspendeausweis

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