08.04.2013 | Operation

Krankenhausbehandlung auf Rekordniveau

Operationen im Krankenhaus
Bild: Haufe Online Redaktion

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland weit vorn. Unsere Ärzte operieren zu viel und Krankenkassen warnen vor unnötigen Eingriffen. Die Kliniken streiten dies ab.

Deutschlands Patienten werden im internationalen Vergleich so oft im Krankenhaus behandelt wie in fast keinem anderen Industrieland. Behandlungen wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das Einsetzen künstlicher Hüften kommen pro Einwohner so oft vor wie nirgends sonst. Das geht aus einer Erhebung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Bei Krebsbehandlungen und künstlichen Knien ist Deutschland wie in vielen anderen Bereichen in der Spitzengruppe.

Konkurrenz zwischen den Krankenhäusern

Die AOK warnte, dass dort, wo es besonders lukrativ sei, am ehesten unnötig operiert werde. «Zunehmend berichten auch Patienten über ihre Unzufriedenheit und Erfahrungen mit fragwürdigen Eingriffen», sagte der geschäftsführende Vorstand des AOK-Bundesverbands, Uwe Deh. «Zwischen den Krankenhäusern herrscht außerordentliche Konkurrenz.» Das dürfe nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.

Viele Kliniken behandeln nicht erfolgreich

Bahr löse keine strukturellen Probleme. «Nach der Bundestagswahl müssen Bund und Länder zu einer grundlegenden Krankenhausreform kommen», forderte Deh. Viele Kliniken seien auch wenig erfolgreich in der Behandlung. «Unsere Qualitätsmessungen zeigen, dass rund 20 % der Kliniken schlecht abschneiden.»

DKG-Präsident: Krankenkassen wollen Überschuss horten

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warf Deh vor, in beschämender Weise an den Leistungen der Ärzte und Pflegekräfte in der stationären Patientenversorgung herumzunörgeln. Die Krankenkassen wollten ihren Überschuss in Höhe von rund 30 Milliarden Euro horten, sagte DKG-Präsident Alfred Dänzer. «Die Krankenhausausgaben sind gemessen an den Gesundheitsausgaben in Deutschland über die Jahre konstant geblieben.»

Krankenhäuser ziehen Aussagekraft in Zweifel

Die OECD-Erhebung dient als Vorlage für eine Konferenz zur Entwicklung der Behandlungszahlen in Krankenhäusern am 11.4.2013 mit Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Berlin. Die Krankenhäuser ziehen die Aussagekraft der OECD-Erhebung für die Konferenz Bahr in Zweifel. So weise Deutschland trotz seines Spitzenplatzes im Niveau der Versorgung nur durchschnittliche Kosten auf, wenn man diese am Anteil der Krankenhausausgaben am Bruttoinlandsprodukt messe, heißt es in Kreisen der DKG.

Schlagworte zum Thema:  Operation, Krankenhausbehandlung, Krankenkasse

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