Neustarthilfe

Soloselbstständige, die im Rahmen der Überbrückungshilfen III keine Fixkosten geltend machen, können einmalig eine Neustarthilfe von bis zu 7.500 EUR erhalten. Anträge können seit dem 16.2.2021 gestellt werden.

Dies gab das BMF am 16.2.2021 in einer Pressemitteilung bekannt. Details der Neustarthilfe, zum Beispiel zur Anrechenbarkeit von Einnahmen und Umsätzen, werden jetzt auch in den FAQs von BMF und BMWi erläutert.

Neuststarthilfe: Höhe

Die Neustarthilfe beträgt danach einmalig 50 Prozent eines 6-smonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 7.500 EUR. Die volle Neustarthilfe wird gewährt, wenn der Umsatz der oder des Soloselbstständigen während des Förderzeitraums Januar 2021 bis Juni 2021 im Vergleich zum Referenzumsatz um mehr als 60 Prozent zurückgegangen ist. Der Referenzumsatz ist im Normalfall das 6-fache des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes des Jahres 2019.

Aufnahme der selbstständigen Geschäftstätigkeit Vergleichszeitraum

Berechnung des Referenzumsatzes

vor 1.1.20191.1. bis 31.12.2019   

Referenzumsatz = (Jahresumsatz 2019 / 12) x 6

zwischen 1.1.2019 und 30.4.2020

volle Monate der Geschäftstätigkeit in 2019

Referenzumsatz = (Jahresumsatz 2019 / Anzahl der vollen Monate der Geschäftstätigkeit in 2019 ) x 6

 oder: 1.1. bis 29.2.2020   Referenzumsatz = ((Umsatz Januar 2020 + Umsatz Februar 2020) / 2) x 6
 oder: 1.7. bis 30.9.2020   Referenzumsatz = (Umsatz 3.Quartal 2020 / 3) x 6

Als freiberufliche/gewerbliche Umsätze sind für die Berechnung der Neustarthilfe die Netto-Umsätze anzugeben, d.h. der Umsatz abzüglich der Umsatzsteuer. Ein Umsatz wurde in dem Monat erzielt, in dem die Leistung erbracht wurde. Bei Ist-Versteuerung kann bei der Frage nach der Umsatz-Erzielung der Zeitpunkt der Entgeltvereinnahmung gewählt werden. Erfolgt keine monatliche Abrechnung der Umsätze (z. B. bei Dauerleistungen), ist es zulässig von einer gleichmäßigen Verteilung der Umsätze auszugehen.

Beantragen natürliche Personen die Neustarthilfe werden sowohl bei der Berechnung des Referenzumsatzes als auch bei der Endabrechnung Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit zuzüglich zu den freiberuflichen und gewerblichen Umsätzen berücksichtigt.

Antragsberechtigung für weitere Personen

Neben reinen Soloselbstständigen sind auch kurz befristete Beschäftigte in den Darstellenden Künsten (mit Dauer von bis zu 14 Wochen), sowie sonstige unselbstständig Beschäftige mit Dauer von bis zu sieben aufeinanderfolgenden Kalendertagen unter bestimmten Bedingungen abtragsberechtigt. Die sich aus diesen Tätigkeiten ergebenden Einkünfte werden entsprechend bei der Bestimmung des Haupterwerbs berücksichtigt. Die Antragstellenden dürfen für Januar 2021 aber kein Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld bezogen haben.

Die Neustarthilfe kann zunächst nur von natürlichen Personen beantragt werden, die ihre selbstständigen Umsätze als Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie als Gewerbetreibende für die Berechnung der Neustarthilfe zugrunde legen möchten. Bei Beteiligung an Personen- oder Kapitalgesellschaften wird dies erst in einem zweiten Schritt möglich sein.

Auszahlung der Neustarthilfe

Die Neustarthilfe wird als Vorschuss ausgezahlt. Die Begünstigten verpflichten sich bei Beantragung zu einer Endabrechnung durch Selbstprüfung nach Ablauf des Förderzeitraums. Sollte der Umsatz während der 6-monatigen Laufzeit bei mehr als 40 Prozent des sechsmonatigen Referenzumsatzes liegen, sind die Vorschusszahlungen anteilig zurückzuzahlen. Liegt der erzielte Umsatz bei 90 Prozent oder mehr, so ist die Neustarthilfe vollständig zurückzuzahlen.

Zur Bekämpfung von Subventionsbetrug finden stichprobenhaft Nachprüfungen statt.

Anträge können selbst gestellt werden

Bis zum 31.8.2021 können Soloselbstständige die einmalige Neustarthilfe als natürliche Person im eigenen Namen direkt über das Online-Tool auf der Seite direktantrag.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de beantragen. Zur Identifizierung wird das ELSTER-Zertifikat genutzt.

Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III

Soloselbstständige können entweder die Neustarthilfe oder die Erstattung von Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe III in Anspruch nehmen. Eine Inanspruchnahme beider Förderungen ist nicht möglich.

Tipp: Online-Seminar

Im Online-Seminar "Überbrückungshilfen III und Neustarthilfen: Berechnen– abgrenzen – beantragen" am 02.03.2021 informiert WP/StB Florian Künstle informiert über die Überbrückungshilfe III und ihre Sonderform Neustarthilfe für den Zeitraum Januar-Juni 2021. Der Referent erläutert die Anspruchsberechtigung und zeigt, wie die Höhe der Unterstützung berechnet und dabei andere Einnahmen sowie staatliche Hilfen wie Kurzarbeitergeld angerechnet werden. Außerdem informiert er über die "Bundesregelung Fixkostenhilfe" sowie eventuelle Änderungen bei den bestehenden Hilfsprogrammen wie Überbrückungshilfe II und November/Dezemberhilfe.

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