| LSG-Urteil

Müllmänner arbeiten so hart wie Leistungssportler

Müllmänner sind belastet wie Profisportler
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Müllmänner haben nach Auffassung des hessischen Landessozialgerichts die gleiche Kniebelastung wie Profisportler.

"Die schnellen und unregelmäßigen Lauf- und Drehbewegungen beim Verbringen der Mülltonnen sind den Bewegungsabläufen der Profiballsportler ähnlich", begründete das Hessische Landessozialgericht (LSG) am 15.5.2012 in Darmstadt seine Entscheidung. Eine Meniskuserkrankung sei daher nicht nur bei Sportlern, sondern auch bei Müllmännern eine Berufskrankheit (9 U 211/09).

Arbeitswirklichkeit und Arbeitsschutz stimmen nicht überein

Entgegen der Annahme der Berufsgenossenschaft sei die Tätigkeit von Müllwerkern nicht von einem kontrollierten Besteigen des Trittbretts - vergleichbar dem Benutzen einer Leiter oder Treppe - geprägt. Diese Vorstellung entspreche allenfalls den bestehenden Arbeitsschutzbedingungen. Aufgrund der häufigen Sprünge vom Trittbrett des Fahrzeugs und schnellen und unregelmäßigen Lauf- und Drehbewegungen beim Verbringen der Mülltonnen seien den Bewegungsabläufen der Profiballsportler ähnlich.

Meniskusschaden muss als Berufskrankheit anerkannt werden

Das Gericht gab damit einem mit dem Befund erkrankten Mann aus dem Kreis Offenbach Recht. Die Berufsgenossenschaft hatte sich geweigert, seinen Meniskusschaden als Berufskrankheit anzuerkennen und ihm daher keine Entschädigung gezahlt. Als Argument hatte sie angegeben, dass Müllmänner nicht entsprechenden Kniebelastungen ausgesetzt seien.



Schlagworte zum Thema:  Berufskrankheit, Berufsgenossenschaft

Aktuell

Meistgelesen