| LSG-Urteil

Längerer Arbeitsweg ist nicht unfallversichert

Wer von der Freundin zur Arbeit startet, ist nicht unfallversichert.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wer von der Wohnung der Freundin aus zur Arbeit fährt verliert den Unfallversicherungsschutz, wenn der Arbeitsweg dadurch deutlich länger wird.

Die Fahrtstrecke darf durch den privaten Besuch im Vergleich zum üblichen Weg nicht unverhältnismäßig lange werden. Sonst besteht auf der Fahrt kein Unfallversicherungsschutz. Dies hat das Landessozialgericht (SLG) Rheinland-Pfalz in einem am 7.1.2013 veröffentlichten Urteil v. 27.9.2012 (L 4 U 225/10) entschieden.


Entfernung "unverhältnismäßig" größer

Geklagt hatte ein Mann, der auf dem Weg von der 55 Kilometer entfernten Wohnung der Verlobten zur Arbeitsstelle bei einem Autounfall eine Wirbelsäulenverletzung erlitten hatte. Die Richter des LSG begründeten ihre Entscheidung mit der sehr großen Entfernung der Wohnung seiner Verlobten. Die Strecke sei 8 x so lang gewesen sei wie die übliche Fahrtstrecke von seiner eigenen Wohnung aus. Diese Differenz sei unverhältnismäßig groß, der Mann auf dem fraglichen Arbeitsweg nicht versichert.

Nur Besucher, keine Zweitwohnung

Dabei ging das LSG davon aus, dass der Mann in der Wohnung seiner Freundin nur zu Besuch war. Er nutzte die Wohnung nicht wie seine eigene. Die Richter des LSG hoben mit dem Urteil die Entscheidung der Vorinstanz (SG Koblenz) auf. Das SG vertrat die Auffassung, dass auch der Weg von einem anderen Ort als der eigenen Wohnung Ausgangpunkt eines versicherten Weges sein könne - insbesondere, wenn wegen der häufigen Übernachtungen bei der Freundin von einer gespaltenen Wohnung auszugehen sei.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsweg, Arbeitsunfall, Wegeunfall, Unfallversicherung

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