| LSG-Beschluss

Mobbing ist keine Berufskrankheit

Bild: Haufe Online Redaktion

Mobbing am Arbeitsplatz belastet die Gesundheit. Allerdings sind diese gesundheitlichen Probleme weder eine Berufskrankheit noch ein Arbeitsunfall.

Das Hessische Landessozialgericht (LSG) entschied in einem am 17.12.2012 veröffentlichten Beschluss v. 23.10.2012 (L 3 U 199/11), dass Mobbing am Arbeitsplatz und die daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen weder als Berufskrankheit noch als Arbeitsunfall von der gesetzlichen Unfallversicherung zu entschädigen sind.


Krank wegen Mobbing am Arbeitsplatz

Eine Frau aus dem Landkreis Fulda fühlte sich aufgrund negativer Gerüchte am Arbeitsplatz gemobbt. Als Folge des Mobbings leidet sie nach eigenen Angaben an psychischen Gesundheitsstörungen. Sie beantragte von der gesetzlichen Unfallversicherung eine Entschädigung. Die Unfallkasse Hessen lehnte den Antrag ab und begründete, dass keine Berufskrankheit vorliege. Die Frau ging in ein Widerspruchsverfahren.

Auch die Gerichte bestätigen: keine Berufskrankheit ...

Die Richter beider Instanzen bestätigen die Entscheidung der Unfallkasse. Mobbing und die hierauf beruhenden Gesundheitsbeeinträchtigungen seien keine anerkannte Berufskrankheit. Die Folgeerkrankungen können auch nicht „wie“ eine Berufskrankheit entschädigt werden. Denn es lägen keine Erkenntnisse vor, dass bestimmte Berufsgruppen aufgrund ihrer Tätigkeit in deutliche stärkerem Maß als die übrige Bevölkerung Mobbing ausgesetzt sei.

... und auch kein Arbeitsunfall

Mobbing komme in allen Berufsgruppen und auch im privaten Umfeld vor. Da bei Mobbing zeitlich nicht eine auf höchstens eine Arbeitsschicht begrenzte Einwirkung vorliege, liege ferner auch kein Arbeitsunfall vor.
Gegen das Urteil wurde Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt (B 2 U 380/12 B).

Schlagworte zum Thema:  Mobbing, Arbeitsunfall, Berufskrankheit, Unfallversicherung

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