03.07.2012 | Krankenhauskosten

Länder schleichen sich aus der Krankenhausfinanzierung

Krankenhauskosten steigen - Länder steuern immer weniger bei
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Bundesländer geben einem Zeitungsbericht zufolge immer weniger Geld für Krankenhäuser aus. Ihre Zahlungen gingen zwischen 2001 und 2011 um mehr als 20 % zurück. .

In Deutschland werden Krankenhäuser nach der sogenannten „dualen Finanzierung“ finanziert. Die Bundesländer entscheiden, wo ein Krankenhaus gebaut, erweitert oder geschlossen wird und finanzieren alle Investitionsmaßnahmen. Die Krankenkassen bezahlen die Behandlungen der Versicherten über die Fallpauschalen. Das Problem: Die Bundesländer kommen ihrer Verpflichtung der Investitionsfinanzierung immer weniger nach.

Sinkende Zuschüsse und steigende Krankenhauskosten

In 2011 lagen die Investitionsmittel aller Bundesländer, die über Einzel- und Pauschalförderung an die Krankenhäuser geflossen sind, bei ca. 2,67 Mrd. EUR und damit um 156 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres. Verglichen mit dem Wert vor 10 Jahren (3,39 Mrd. EUR) gibt es einen kontinuierlichen Abbau um mehr als 20 %. Im gleichen Zeitraum (2001-2011) sind die Krankenhausausgaben der Krankenkassen um 15 Mrd. EUR (+33 %) auf insgesamt über 60 Mrd. Euro angestiegen.

Länder stehlen sich aus ihrer Verantwortung

Dazu erklärt des stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus v. Stackelberg: „Die Bundesländer schleichen sich aus ihrer Verantwortung für die Krankenhäuser. Wenn das so weiter geht, zahlen die Länder 2021 keinen Cent mehr für die Krankenhäuser und bürden damit ihre Finanzierungsverpflichtung vollständig den Beitragszahlern auf.“

Investitionen müssen aus Kasseneinnahmen getätigt werden

Es ist davon auszugehen, dass bereits heute die notwendigen Krankenhausinvestitionen zur Hälfte über die Einnahmen der Krankenhäuser aus den Fallpauschalen, die die Kassen zahlen, finanziert werden - mit steigender Tendenz.

„Die mangelnde Beteiligung der Bundesländer an der Investitionsfinanzierung stellt auch die Grundprinzipien der Krankenhausplanung infrage“, so v. Stackelberg. „Eine offene und unvoreingenommene Diskussion darüber, ob die Krankenhausplanung in der jetzigen Form noch das richtige Steuerungsinstrument ist, ist aus Sicht der gesetzlichen Krankenkassen längst überfällig.“

Wirtschaftslage vieler Krankenhäuser ist schlecht

Die Bundesländer sind für den Bestand der Krankenhäuser zuständig, die Kassen für den Betrieb. Die Wirtschaftslage der mehr als 2000 Kliniken ist schlecht - fast jedem 6. Krankenhaus droht die Pleite. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten "Krankenhaus Rating Report 2012" hervor.

Schlagworte zum Thema:  Krankenhauskosten, Fallpauschale

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