Versicherte, die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung benötigen, können bei Eintritt eines unerwarteten Ereignisses kurzzeitig stationäre Pflege in Anspruch nehmen. Die Kurzzeitpflege stellt eine qualifizierte Versorgung sicher und entlastet bei bestehender häuslicher Pflege die Pflegepersonen.

Leistungen der Kurzzeitpflege werden in zugelassenen Kurzzeitpflegeheimen oder in anderen geeigneten Einrichtungen erbracht. In einem Kalenderjahr kann der Versicherte bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Dabei werden die pflegebedingten Aufwendungen sowie die Kosten der medizinischen Behandlungspflege und der sozialen Betreuung bis zu einem Höchstbetrag von 1.612 Euro pro Kalenderjahr vom Leistungsträger übernommen. Ist der Höchstbetrag ausgeschöpft, endet der Anspruch auf Kurzzeitpflege bereits vor Ablauf von acht Wochen.

Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie Aufwendungen für Investitionen werden in der Regel nicht übernommen und sind vom Versicherten selbst zu tragen.

Kurzzeitpflege bei anerkannter Pflegebedürftigkeit

Kurzzeitpflege (§ 42 SGB X) ist eine Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung für Versicherte, die sich bereits in häuslicher Pflege befinden. Sie wird nur erbracht, wenn eine teilstationäre Pflege nicht ausreicht, um den Pflegebedarf zu decken.

Anspruch auf Kurzzeitpflege haben Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5:

  • für eine Übergangszeit im Anschluss an eine stationäre Behandlung und

Beispiel: In der Wohnung des Pflegebedürftigen sind noch Umbaumaßnahmen erforderlich, um die häusliche Pflege durchführen zu können.

  • in sonstigen Krisensituationen.

Beispiel: Die bisherige Pflegeperson fällt aufgrund einer Erkrankung plötzlich aus oder die bestehende Pflegebedürftigkeit des Versicherten verschlimmert sich kurzfristig.

Auswirkungen auf Pflegeleistungen

Ein noch nicht verbrauchter Leistungsbetrag der Verhinderungspflege in Höhe von bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr kann zusätzlich für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Der Leistungsanspruch für die Kurzzeitpflege erhöht sich somit auf bis zu 3.224 Euro im Kalenderjahr.

Empfänger von Pflegegeld erhalten während der Kurzzeitpflege weiterhin für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes.

Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI werden während der Kurzzeitpflege nicht erbracht.

Kurzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit

Kurzzeitpflege kommt in Betracht für gesetzlich Krankenversicherte, die nicht pflegebedürftig sind, aber dennoch Unterstützung im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Bei schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, nach einer ambulanten Operation oder einer ambulanten Krankenhausbehandlung erhalten Versicherte Leistungen der Kurzzeitpflege, wenn die Versorgungsmöglichkeiten im ambulanten Bereich - häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe - nicht ausreichen (§ 39c SGB V).

Die Leistungen der Kurzzeitpflege sind bei der Krankenkasse zu beantragen. Dem Antrag ist ein ärztliches Attest über die Notwendigkeit und die voraussichtliche Dauer der Kurzzeitpflege beizufügen. Im Antrag ist zusätzlich vom Arzt zu vermerken, dass andere Leistungen - insbesondere die häusliche Krankenpflege nach § 37 Abs. 1a SGB V - die Versorgung nicht ausreichend sicherstellen.

Welche Änderungen durch die Pflegestärkungsgesetze in Kraft getreten sind erhfahren Sie in dieser Serie.