| Arzneimittelversorgung

Kriterien zur Arzneimitteltherapie für Erwachsenen mit ADHS festgelegt

Arzneimittelverordnung künftig für Erwachsene mit ADHS möglich.
Bild: Haufe Online Redaktion

ADHS ist keine reine "Kinderkrankheit". Trotzdem konnten Medikamente an betroffene Erwachsene bislang nur eingeschränkt verordnet werden. Nun wurden Kriterien zur Verordnungsfähigkeit von Methylphenidat-haltigen Arzneimitteln festgelegt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 21.3.2013 in Berlin Einzelheiten zur Verordnung von Methylphenidat-haltigen Arzneimitteln (Stimulantien) bei Erwachsenen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) festgelegt. In bestimmten Ausnahmefällen ist künftig eine Arzneimittelverordnung zu Kassenlasten möglich.

Die Entscheidung des G-BA wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geprüft. Sie tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

Kriterien für die Arzneimitteltherapie

„Der G-BA hat festgelegt, wie die Diagnosestellung einer ADHS bei Erwachsenen erfolgen muss und was nach gesicherter Indikationsstellung von ausgewiesenen Spezialisten für Verhaltensstörungen bei der Versorgung von Patienten zu beachten ist. Die in Frage kommenden Arzneimittel dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht mit festgelegten behandlungsfreien Zeitabschnitten angewandt und ihr Einsatz muss besonders dokumentiert werden“, sagte Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des zuständigen Unterausschusses Arzneimittel.

Die Vorgeschichte

Im September 2010 hatte der G-BA bereits die Verordnungsfähigkeit von Stimulantien zur Behandlung der ADHS aufgrund des Risikos, das für Kinder und Jugendliche mit der Einnahme der Medikamente verbunden ist, weiter eingeschränkt. Nachdem Methylphenidat-haltige Präparate auch zur Behandlung Erwachsener zugelassen worden waren, hatte der G-BA im Juni 2011 zunächst beschlossen, dass der grundsätzliche Verordnungsausschluss für Stimulantien (Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie), zunächst nicht für die Behandlung von Erwachsenen mit ADHS gilt. Zugleich wollte der G-BA prüfen, ob und wenn ja welche Einschränkungen und Regelungen zum Schutz erwachsener Patienten nötig sind.

Was regelt der Beschluss des G-BA?

Der am 21.3.2013 getroffene Beschluss führt nun wissenschaftliche Kriterien auf, mit denen ADHS im Erwachsenenalter festgestellt werden kann. Zudem ist geregelt, welche Fachärzte Spezialisten für Verhaltensstörungen im Sinne der Regelung sind und Stimulantien zulasten der GKV verordnen dürfen. In bestimmten Situationen können dem Beschluss zufolge auch Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen oder Hausärzte eine solche Verordnung vornehmen.

ADHS ist eine psychische Störung, die bereits im Kindesalter auftritt und deren Symptome sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen können. Charakteristisch für die Erkrankung sind Probleme mit der Aufmerksamkeit, der Impulsivität sowie Hyperaktivität.

Schlagworte zum Thema:  Arzneimittel, ADHS, Gemeinsamer Bundesausschuss

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