01.02.2013 | Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz

Bessere Früherkennung und Therapie gegen Krebserkrankungen

Künftig werden alle Krebsfälle in einem zentralen Register erfasst.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Bundestag stimmt einem Gesetzentwurf zu, nach dem die Krebsfrüherkennung ausgebaut und die Krebstherapie systematisch verbessert werden soll.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland, jährlich erkranken eine halbe Million Menschen neu. Nun sollen die Krebskranken von mehr Früherkennung und besseren Therapien profitieren. In einheitlichen Krebsregistern sollen sämtliche Patientendaten erfasst werden. Dadurch können Behandlungen optimiert werden.

Nächste Hürde Bundesrat

Der Bundestag verabschiedete am 31.1.2013 mit den Stimmen der Koalition bei Enthaltung der Opposition den Entwurf des Gesetztes zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister.
«Das ist ein starkes Signal, dass die Politik dem Krebs den Kampf ansagt», sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch der Bundesrat das Gesetz billigen wird, obwohl es dort nach dem Regierungswechsel in Niedersachsen eine rot-grüne Mehrheit gibt.

Einladung zur Früherkennung

Künftig wird umfangreicher als bisher zur Früherkennung eingeladen. Durch direktes Anschreiben wird auf Darm- und Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge aufmerksam gemacht. Das gab es bisher nur für Brustkrebs. Wie diese Aktionen durchgeführt werden, welche Altersgrenzen gelten und in welchen Rhythmus eingeladen wird ist noch offen. Denkbar wäre für Menschen ab 50 Jahren die Einladung zur Darmkrebsvorsorge und für junge Frauen ab 20 ein Hinweis auf die Gebärmutterhalskrebs-Untersuchung.

Bundesweit einheitliches Krebsregister

Im Krebsregister sollen die Daten der Patienten zu Diagnose, Behandlung, aber auch Nachsorge und Rückfällen erfasst werden. Dies soll mögliche Schwächen laufender Behandlungen aufdecken und Schlüsse für künftige Fälle ermöglichen. Dadurch können Therapien systematisch verbessert werden.

Solche Datensammlungen haben in der Vergangenheit wertvolle Erkenntnisse gebracht. Man erkannte etwa, dass nicht bei jeder Brustkrebsoperation alle Lymphknoten im Achselbereich entfernt werden müssen.

Leider lief die Erfassung der Krebsfälle bislang sehr uneinheitlich. In Ostdeutschland und Bayern sind solche Krebsregister bereits aufgebaut, im Westen dagegen kaum.

Leitlinienbehandlung soll ausgebaut werden

Experten begrüßten das Gesetz. «Das ist ein großer Schritt für Deutschland», sagte die Regensburger Krebsspezialistin Monika Klinkhammer-Schalke der dpa. «Die Daten werden zusammengeführt und man kann aktuell sehen: Ist es so gelaufen, wie die Leitlinien, wie hohe Empfehlungen es vorschreiben?» Viele Patienten würden nur zu 30 bis 40 % leitliniengerecht behandelt. «Das ist ein Drama.»

Finanzierung ist gesichert - trotzdem wird Aufbau dauern

Der Aufbau der Krebsregister dauert jedoch noch einige Jahre. Ende vergangenen Jahres gab es eine Einigung zur Finanzierung des Aufbaus für 8 Mio. EUR. Die Deutsche Krebshilfe übernimmt 90 % der Kosten, die Länder 800.000 EUR.

Den Gesetzentwurf des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) v. 31.10.2012 können Sie hier lesen.

Schlagworte zum Thema:  Krebsvorsorge, Krebsregister, Prävention

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