24.08.2012 | Krebsfrüherkennung

Kabinett stimmt Gesetz zur Krebsbekämpfung zu

Bundesregierung will Krebsbekämpfung in Deutschland ausbauen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Bundeskabinett hat am 22.8.2012 das Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister (Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz) beschlossen.

Ausgangspunkt für den Gesetzentwurf ist der Nationale Krebsplan, den das Bundesministerium für Gesundheit im Juni 2008 gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren initiiert hat.

Demografischer Wandel macht verstärkte Krebsbekämpfung nötig

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr erklärt zum Gesetzentwurf: „Mit den vorgelegten Regelungen werden richtungweisende strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Krebsfrüherkennung und der Qualität in der onkologischen Versorgung auf den Weg gebracht. Diese Schritte sind notwendig, da Deutschland wie vergleichbare Industrienationen angesichts des demographischen Wandels vor wachsenden Herausforderungen in der Krebsbekämpfung steht. Eine Krebsfrüherkennung, die dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand entspricht, und eine Qualitätssicherung der onkologischen Versorgung durch klinische Krebsregister sind deshalb unverzichtbar, um bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen weitere Fortschritte zu erzielen.“

Gesetzgeber setzt sich hohe Ziele

Ziel des Gesetzes ist ein effektives, aufeinander abgestimmtes und zielorientiertes Handeln bei der Bekämpfung von Krebs. Der Gesetzentwurf greift 2 zentrale Bereiche der Empfehlungen des Nationalen Krebsplans auf, in denen gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht.

Krebsfrüherkennung ausbauen

Angesichts der deutlich steigenden Zahl von Krebsneuerkrankungen gewinnt die Krebsfrüherkennung eine zunehmende Bedeutung, wobei das bestehende breite Krebsfrüherkennungsangebot derzeit nur unzureichend wahrgenommen wird. Daher sollen die Strukturen, die Reichweite, Wirksamkeit und Qualität der bestehenden Krebsfrüherkennungsangebote nachhaltig verbessert werden. Um die Menschen besser zu erreichen, sollen diese künftig persönlich zur Krebsfrüherkennung eingeladen werden. Gleichzeitig wird die Information über Krebsfrüherkennung verbessert und eine stringente Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle der Krebsfrüherkennungsprogramme eingeführt.

Aufbau von Krebsregistern 

Die Länder sollen flächendeckend klinische Krebsregister mit einem festgelegten Aufgabenprofil einrichten. Diese sollen möglichst vollzählig Daten über das Auftreten, die Behandlung und den Verlauf von Krebserkrankungen erfassen und auswerten. Damit kann die Qualität der onkologischen Versorgung in allen Behandlungsphasen sektorenübergreifend dargestellt, bewertet und verbessert werden.

Finanzierung der Krebsregister durch die GKV

Da die klinischen Krebsregister der Qualitätssicherung dienen, werden sie zukünftig überwiegend aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanziert. Hierfür hat der Spitzenverband Bund der Krankenkassen Fördervoraussetzungen zu bestimmen, die Mindeststandards für die Arbeit der klinischen Krebsregister absichern.

Schlagworte zum Thema:  GKV-Spitzenverband, Krebsregister, Krebsvorsorge

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